Im Kino: Searching – Der „Social-Media-Thriller“ Entertainment

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Ein Vater sucht nach seiner verschwundenen Tochter: Eine Prämise die, sehr vertraut klingt, erhält in Searching einen ganz eigenen Twist. Der gesamte Film wird nur über die Darstellung auf einem Computermonitor erzählt.

Nach dem Tod seiner Frau ist David Kim der Überzeugung, dass er eigentlich ein ganz gutes Verhältnis zu seiner 16-jährigen Tochter Margot pflegt. Auch wenn sich beide nicht mehr so nahe stehen wie früher, kommunizieren sie doch oft miteinander und sprechen auch viel über Skype. Daher glaubt David auch zunächst nicht, dass etwas Schlimmes passiert ist, als er eines Morgens mehrere verpasste Anrufe von Margot entdeckt.

Die eigene Tochter als Mysterium

Als David bei der Klavierlehrerin seiner Tochter anruft, ändert sich dies jedoch schnell. Die Frau erzählt ihm, dass Margot schon seit Monaten nicht mehr zu ihren Übungen kommt und den Unterricht abgesagt hat. Nachdem das Mädchen im Laufe des Tages nicht mehr auftaucht, schaltet David schließlich die Polizei ein. Detective Rosemary Vick übernimmt den Fall und bittet David um Hilfe. Er soll auf dem Laptop von Margot nach Spuren und Hinweisen suchen.

David gelingt es tatsächlich, Zugang zum Laptop seiner Tochter zu bekommen. Schon bald muss er aber feststellen, dass er Margot wohl nicht so gut kannte, wie er glaubte. Nicht nur hatte die 16-Jährige kaum Freunde, sie trieb sich auch auf komischen Webseiten herum und überwies Geld auf ein unbekanntes Konto. David steht vor einem Mysterium, das er schnell lösen muss, denn die Zeit läuft ihm davon.

Erfolgreiches Spielfilmdebüt

Mit Searching feiert der indischstämmige US-Regisseur Aneesh Chaganty sein Spielfilmdebüt. Nachdem er zuvor mehrere Kurzfilme inszenierte, gelingt ihm nun der Sprung auf die große Leinwand. Auch am Drehbuch schrieb Chaganty gleich mit, sicherte sich dabei aber die Unterstützung von Autor Sev Ohanian. Searching wurde ohne ein großes Studio produziert und feierte auf dem Sundance Film Festival in diesem Jahr seine Premiere. Dort sicherte sich schließlich Sony die Rechte, wobei das Studio für den Film 5 Millionen Dollar zahlte.

Die Hauptrolle des besorgten Vater David spielt John Cho. Der Darsteller ist unter anderem durch seine Rolle des Sulu in den Reboot-Filmen von Star Trek bekannt. An seiner Seite ist Debra Messing zu sehen, die sich durch die Sitcom Will & Grace einen Namen machen konnte. Zu den weiteren Darstellern in Searching zählen Michelle La, Sara Sohn, Joseph Lee und Steven Michael Eich.

Found Footage der anderen Art

Filme wie Blair Witch Project, Cloverfield oder Chronicle – Wozu bist du fähig? haben gezeigt, wie erfolgreich das Konzept des Found Footage im Kino sein kann. In Searching wandelt Regisseur Aneesh Chaganty die Grundidee nun etwas ab und schafft damit etwas Außergewöhnliches und Neues. Anstatt die Geschichte auf Basis von gefundenem Filmmaterial zu erzählen, spielt sich die gesamte Handlung nur auf einem Computermonitor ab. Der Zuschauer sieht also nur Geschehnisse, wenn die Figuren sich an einem Computer befinden. Dazu gehören allerdings nicht nur Websuchen und Facebook-Besuche, sondern auch Video- und Skypecalls.

Dass dies durchaus fesselt, können die Zuschauer jetzt im Kino erleben. Searching läuft seit dem 20. September in den deutschen Kinos.

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