Im Arbeitsalltag müssen viele Menschen unterschiedlichste körperliche und psychische Herausforderungen meistern. Ob es sich dabei um eine Präsentation handelt, ein Meeting oder um körperlich anstrengende Tätigkeiten — schnell werden wir gestresst und damit auch unser Körper reagiert. Eine der Reaktionen ist starkes Schwitzen. Während Schwitzen an sich eine wichtige Funktion unseres Körpers ist, wird starkes Schwitzen in der Berufswelt oft als unangenehm und unsicherheitsfördernd empfunden.
Gerade bei direktem Kundenkontakt oder bei wichtigen Anlässen (z. B. Vorstellungsgespräch) wird das Thema für viele Menschen interessant. Daher beschäftigen sich zunehmend auch medizinische und kosmetische Fachbereiche mit Möglichkeiten, starkes Schwitzen besser unter Kontrolle zu bringen.
Wieso schwitzt der Mensch?
Die Schweißbildung ist ein ganz wichtiger Teil der Temperaturregulation. Millionen von Schweißdrüsen gibt es in der menschlichen Haut. Sie geben Flüssigkeit ab, wenn der Körper sich abkühlen muss und schützen damit den Organismus vor Überhitzung.
Aber Schweiß kommt nicht nur beim Sport oder bei großer Wärme. Auch psychische Faktoren können eine Rolle spielen. Stress, Aufregung oder seelische Belastung können das vegetative Nervensystem anregen. Die sogen. ekkrinen Schweißdrüsen, die sich vor allem in Achseln, Handflächen und Gesicht finden, setzen dann mehr Sekret frei. Medizinisch bezeichnet man sehr starkes Schwitzen auch als Hyperhidrose. Etwa drei Prozent der Bevölkerung leiden laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft an dieser Form übermäßiger Schweißsekretion.
Maßnahmen zur Bekämpfung des Schwitzens aus dem Alltag
In vielen Fällen können einfache Maßnahmen bereits Besserung bringen. Zunächst sollten die Kleiderstoffe angepasst werden. Naturstoffe (Baumwolle, Leinen) können Feuchtigkeit besser aufnehmen als chemisch erzeugte. Auch lockere Kleidung bringt die Luftzirkulation in der Hautbedeckung in Gang.
Einfluß auf die Schweißabsonderung haben auch die Mittel zur Körperpflege. während Deodorants lediglich der Geruchsbildung durch deren Verhütung entgegenwirken (sie enthalten antibakteriell wirksame Stoffe), bringen es die Antitranspirante fertig, die Schweißdrüsen direkt zu beeinflussen. Sie bestehen häufig aus Aluminiumverbindungen, die die Ausgänge der Schweißdrüsen vorübergehend verengen. Produkte dieser Art sind eigens dazu bestimmt, die Schweißabgabe örtlich zu vermindern. Ein Beispiel sind das Antitranspirant Sweat-Off, das speziell zur Anwendung bei übermäßigem Schwitzen entwickelt wurde.
Auch die Lebensgewohnheiten können mitunter Einfluss auf die Schweißproduktion haben. Scharfe Gewürze, Alkohol oder sehr koffeinhaltige Getränke können dazu führen, dass mehr Schweiß produziert wird. Auf der anderen Seite kann eine bewusste Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme der Temperaturregulation des Körpers helfen.
Wenn im Beruf das Schwitzen zur Belastung wird
Im Beruf kann starkes Schwitzen verschiedene praktische Probleme bereiten. Schweißflecken auf der Kleidung sind nicht nur unangenehm, auch feuchte Hände beim Händeschütteln oder Präsentieren bleiben nicht ohne Wirkung auf die eigene Unsicherheit.
Betroffene Berufsgruppen sind z. B.
• Vertriebsmitarbeiter mit Kundenkontakt
• Führungskräfte bei Präsentationen und Meetings
• Arbeitnehmer in warmen Arbeitsumgebungen
• Personen mit häufigem Stress bzw. Leistungsdruck
Hieran muss neben dem körperlichen Geschehen auch die soziale Realität erinnern. Untersuchungen aus der Arbeitspsychologie belegen, dass äußeres Erscheinungsbild und Selbstsicherheit die berufliche Kommunikation beeinflussen können. Kein Wunder, dass viele Schwitzgeplagte sich nach Methoden zur besseren Kontrolle des Schwitzens umsehen.
Medizinische Möglichkeiten bei Hyperhidrose
Wenn dauerhaft übermäßiges Schwitzen auftritt und den Alltag erheblich beeinträchtigt, ist die medizinische Abklärung der Beschwerden sinnvoll. Dermatologen unterscheiden hier zwischen primärer und sekundärer Hyperhidrose.
Bei der primären Form liegt keine andere Erkrankung zugrunde. Die Ursache wird in einem Ungleichgewicht des Zusammenspiels von Nervensystem und Schweißdrüsen vermutet. Bei der sekundären Hyperhidrose können Krankheiten, Medikamente, Hormonveränderungen oder Tumoren als Auslöser in Frage kommen.
Je nach Diagnose stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel:
• medizinische Antitranspirante mit höherer Wirkstoffkonzentration
• Iontophorese, um die Tätigkeit der Schweißdrüsen zu vermindern
• Injektionen von Botulinumtoxin in bestimmte Körperareale
• operative Verfahren bei sehr schwerer Ausprägung
Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Ursache und der Schwere der Symptome ab. Dermatologische Leitlinien empfehlen meist auch eine Erprobung der konservativen Maßnahmen vor invasiven Verfahren.
Selbstbewusster Umgang mit einem unbeliebten Thema
Schwitzen ist eine normale Körperfunktion, die jeder Mensch hat. Gelegentlich, zum Beispiel in bestimmten Stresssituationen, wird sie stärker ausgeprägt sein und lästig werden. Doch moderne Pflegeprodukte, medizinischer Rat und bewusste Lebensführung geben uns in der Gegenwart handfeste Möglichkeiten, damit umzugehen.
Ein unbefangener Umgang mit dem Thema kann vielen Betroffenen helfen, Lösungen zu finden und so Unsicherheiten zu verlieren. Gerade im beruflichen Umfeld, wo man in Gesprächen, Präsentationen oder Meetings möglicherweise besser mit weniger Schwitzerei umgehen kann, wird man sich sicherer fühlen.



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