Champions League Finale 2015: Das Duell der Besten in Berlin Sport

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Die Fußballwelt schaut nach Berlin. Wenn am 6. Juni der FC Barcelona und Juventus Turin im Finale der Champions League Aufeinandertreffen, dann ist Berlin nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern gleichzeitig auch die Fußballhauptstadt der Welt.

Der FC Barcelona will zurück an die Spitze Europas. Nach zuletzt drei Niederlagen in den Halbfinals der Champions League stehen die Spanier in diesem Jahr endlich wieder im begehrten Finale. Dort bekommt es das Team mit einem Gegner zu tun, den viele Experten nicht unbedingt im Endspiel von Berlin erwartet haben. Der amtierende italienische Meister Juventus Turin gewann in diesem Jahr nicht nur wieder souverän den Titel im eigenen Land, sondern spielte auch auf beeindruckende Weise in der Champions League. Dabei überzeugte die Mannschaft vor allem durch klassische italienische Tugenden. Lediglich sieben Gegentore musste das Team von Trainer Massimiliano Allegri in der gesamten Champions-League-Spielzeit hinnehmen. Die gute Defensive dürfte im Spiel gegen den FC Barcelona ebenfalls zum Schlüssel des Erfolgs werden. Die Spanier sind das beste Offensiv-Team in diesem Jahr. Allein 15 Mal traf die Offensive Barcelonas allein schon in der Gruppenphase. 13 weitere Tore ließen Lionel Messi und Co während der Ko-Runde folgen.

Juventus players celebrate after their team's qualification for the semi-final of the Champions League at the end of their quarter-final second leg soccer match against Monaco at the Louis II stadium in Monaco

Deutsche Mannschaften schauen zu

Als das Executive Committee Meeting der UEFA am 23. Mai 2013 in London die Stadt Berlin als Finalort für die Champions League 2015 bestimmt hat, dürften einige Spieler der Bundesliga sicherlich mit dem Träumen begonnen haben. Zuletzt hatte es 2013 in London ein Endspiel mit deutscher Beteiligung gegeben. Beim Sieg des FC Bayern München über Borussia Dortmund waren dabei gleich zwei Teams aus der Bundesliga aufeinandergetroffen. Letztendlich gelang es jedoch keinem deutschen Verein in das 23. Finale der Champions League vorzustoßen. Der FC Bayern München kam dem Traum erwartungsgemäß am nächsten. Im Halbfinale hatte das Team von Pep Guardiola jedoch keine Chance gegen die Offensive aus Barcelona. Und auch Juventus Turin beendete auf dem Weg ins Finale die Träume einer deutschen Mannschaft. Im Achtelfinale schlugen die Turiner die Borussia aus Dortmund und sicherten sich das Ticket für die nächste Runde. Gänzlich verzichten müssen die Fans auf eine deutsche Beteiligung jedoch nicht. Mit Marc-André ter Stegen wird zumindest ein Spieler aus Deutschland im Finale auf dem Feld stehen.

FC Barcelona v Paris St Germain - UEFA Champions League Quarter Final Second Leg

Das Fanfest zum Finale

Von der fehlenden Teilnahme deutscher Teams wollen sich die Berliner jedoch nicht einschränken lassen. Das Stadion ist natürlich ausverkauft und viele Fans hoffen auf eine spannende Begegnung. Und selbst wer keins der begehrten Tickets erhaschen konnte, kann trotzdem seinen Spaß haben. Von Donnerstag bis Sonntag findet am Brandenburger Tor das Fanfest zum Finale statt. Dabei wird unter anderem auch der Pokal der Champions League ausgestellt und kann von den Fans einmal genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu kommen viele Wettbewerbe, Autogrammstunden und Fußball-Freestyle-Veranstaltungen sowie ein abendliches Open-Air-Kino, was ebenfalls für Stimmung sorgen dürfte. Eine Live-Übertragung der Partie auf einer großen Leinwand ist jedoch, entgegen anderslautender Meldungen im Vorfeld, nicht geplant.

UCL_FinalPath

Der Beißer trifft sein Opfer

Wenn am Samstag beide Mannschaften im Berliner Olympia Stadion auflaufen und der türkische Schiedsrichter Cüneyt Çak?r die Partie anpfeift, dann werden sich die Blicke der Zuschauer und Fans besonders auf ein Aufeinandertreffen richten. Erstmals seit seiner Bissattacke während der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien stehen sich Barcelonas Stürmer Luis Suárez und sein damaliges Opfer Giorgio Chiellini wieder gegenüber. Der Biss im Spiel von Uruguay gegen Italien zählt sicherlich zu dem schwärzesten Kapitel des Stürmers. Ein viermonatiges Fußballverbot und neun Spiele Sperre waren damals die Folge und sorgten dafür, dass Suárez erst im Laufe der Saison für Barcelona auflaufen konnte. Für den Italiener Chiellini ist die Sache mittlerweile schon längst vergessen. Bereits im vergangenen Sommer hatte er Luis Suárez vergeben und die Sperre als überzogen bezeichnet. Das Treffen mit Chiellini ist jedoch nicht die einzige Begegnung, die für den Stürmer von Barcelona interessant werden dürfte. Mit Patrice Evra wartet ein weiteres dunkles Kapitel aus der Verganheit auf Suárez. Beide Spieler standen sich 2011 in der englischen Liga gegenüber. Während des Spiels sorgte Luis Suárez mit einer rassistischen Beleidigung für Aufsehen, für die im Anschluss für neun Spiele gesperrt wurde. Gegenspieler Evra zeigte sich deutlich weniger nachgiebig als Bissopfer Chiellini. Beim erneuten Aufeinandertreffen beider Spieler während eines Länderspiels verweigerte er Suárez den Handschlag.

Barcelona klarer Favorit bei den Buchmachern

Das Aufeinandertreffen des neuen spanischen und des wiederholten italienischen Meisters hat für viele Experten einen klaren Favoriten. Aufgrund seiner Offensive mit Messi, Neymar und Suárez ist Barcelona bei vielen Buchmachern als Sieger gesetzt. Beim Sportwettenanbieter Tipico liegen die Quoten klar zugunsten der Spanier, während Juventus Turin nur eine Außenseiterchance auf den Sieg eingeräumt wird. Andere Wettanbieter wie Interwetten verschenken sogar einen 5 Euro Bonus zum Finale. Letztendlich entscheidet in einem Spiel wie dem Finale der Champions League jedoch auch die Tagesform über das Ergebnis. Die Mannschaft aus Turin sieht sich selbst alles andere als chancenlos. Wer Gegner wie Real Madrid und den AS Monaco bereits besiegen konnte, wird auch Barcelona das Leben schwer machen können.

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