Feuerwehr extrem: Big Wind löscht mit Kampfjet Turbinen Mentertainment

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Was auf den ersten Blick wie Gerät aus einem Science-Fiction-Film aussieht, erweist sich beim zweiten Hinschauen als mächtigste Löschmaschine der Welt. Wenn die Big Wind zum Einsatz kommt, dann müssen es schon wirklich gefährliche Brandherde sein.

Es gehört tatsächlich nicht viel dazu, um die Big Wind mit einem futuristischen Panzer aus Filmen wie Star Wars oder Edge of Tomorrow zu verwechseln. Mit seinem zwei riesigen Turbinen könnte das Gerät direkt aus Hollywood stammen und dort bem Dreh von actionreichen Filmen zum Einsatz kommen. In der Realität wird die Feuerwehr allerdings genau für das Gegenteil von dem genutzt, was man anhand der Optik annehmen möchte. Anstatt für riesige Explosionen zu sorgen, ist die Big Wind dazu da, um Feuer sprichwörtlich auszublasen.

Einen Brand wie eine Kerze ausblasen

Die Grundidee für die Big Wind ist so simpel wie genial. Ähnlich wie ein Mensch eine Kerze auspustet, soll die Feuerwehr mit gigantischen Turbinen größere Feuer ausblasen. Die Idee zu dem riesigen Blaswerk stammt dabei noch aus der Zeit der Sowjetunion. Schon in den 80ern kamen man in dem kommunistischen Regime auf die Idee, Flugzeugturbinen auch für andere Dinge zu nutzen. Neben dem Freiräumen von Flughäfen nach großen Schneefällen gehörte dazu auch das Löschen von Ölbränden.

Die Feuerwehr, die heute den Namen Big Wind trägt, kam erstmals 1991 zum Einsatz. Um die Ölbrände in Kuwait zu löschen, reichte aber ein MiG-15-Strahltriebwerk nicht aus. Die Firma MB-Drilling verzagte jedoch nicht, sondern verbaute kurzerhand zwei Turbinen. Die neue Konstruktion brachte allerdings auch eine enorme Power mit sich. Damit das Gefährt, auf dem die Turbinen verschraubt wurden, nicht einfach wegflog, musste man sie auf einem Panzer installieren. Zum Einsatz kamen T-34- und T-62-Modelle, mit denen man sicherstellte, dass die Big Wind ihre Aufgabe erledigen konnte.

Luft und Wasser

Die Turbinen der Big Wind liefern jeweils 27.000 Pfund Schub und können damit richtig viel Wind erzeugen. Zudem wird bei der Zündung der Sauerstoff in der Luft verbrannt. Die Luft, mit der die Feuer bekämpft werden sollen, ist also sehr sauerstoffarm und wirkt damit erstickend.

Mit Luft allein ist es jedoch nicht getan. Die Big Wind wird vor allem bei Ölbränden eingesetzt. Diese lassen sich jedoch nicht einfach durch ein Ausblasen löschen. Durch heiße Gegenstände kann sich Öl sehr schnell wieder entzünden, weshalb man gleichzeitig auch für Kühlung sorgen muss. Dies erreicht die Big Wind durch jeweils sechs Feuerwehrschläuche, die zusätzlich Wasser in den Luftstrom einer Turbinen blasen.

Gesteuert wird die riesige Feuerwehr von einem Teams aus drei Männern. Neben einem Fahrer gibt es auch eine Person, die sich um die Steuerung der Triebwerke und der Wasserzufuhr kümmert. Dazu ist noch ein Feuerwehrchef an Bord. Bei einem gefährlichen Brand kann man schließlich nie genug Fachwissen haben.

Nicht für alle Brände geeignet

Seit die Big Wind sich 1991 in Kuwait bewähren konnte, wird sie immer wieder bei gefährlichen Ölbränden eingesetzt. Vor allem weil man zuvor eine brennende Ölquelle nur sich selbst überlassen und warten konnte, bis das Feuer alles verzehrt hatte, war die Feuerwehr ein großer Fortschritt. Leider ist das Konzept des Ausblasens nicht für alle Brände geeignet. Besonders bei Großbränden reicht das Löschwasser in der Regel nicht aus, um eine sofortige Neuentzündung zu verhindern. Ähnlich unpraktisch ist die Big Wind auch bei Hausbränden. Hier wäre der Wind zu stark und würde Trümmerteile und Einrichtungsgegenstände durch die Gegend schleudern.

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