Dreikampf in der Bundesliga − Spannend wie seit Jahren nicht Spezial

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Die Bundesliga der letzten Jahre war durchaus langweilig. Bayern immer klar Meister und auch sonst dominierten die Münchner die Liga nach belieben. Doch diese Saison scheint es etwas ausgeglichener zu sein. Mit Dortmund und Leipzig haben die Bayern hartnäckige Verfolger im Nacken.

In der Bundesliga hat sich ein Dreikampf zwischen Borussia Dortmund, Bayern München und RB Leipzig herauskristallisiert. Nur ein Punkt trennt das Trio, das spricht für eine spannende Saison. Wir haben die drei Titelaspiranten für euch unter die Lupe genommen. Fünf Jahre hintereinander ging die Meisterschale nach München. In dieser Saison hat der Rekordmeister allerdings mit dem BVB und RB Leipzig zwei knallharte Konkurrenten um den Titel. Nur ein Punkt trennt Tabellenführer Dortmund und die punktgleichen Bayern (je 20 Punkte) vor RB Leipzig (19 Punkte).
 
Genau das ist, was die Fans zu sehen bekommen wollen. Die Sehnsucht nach einem anderen deutschen Meister als dem FC Bayern München ist groß!
 

Sechsmal in Folge Meister?

Inzwischen spricht vieles für einen abermaligen Erfolg der Bayern. Mit 5 Meisterschaften in Folge und insgesamt 27 (!) Bundesliga-Titeln sind die Münchner auch dieses Jahr wieder klarer Favorit bei Experten und Wettanbietern. Nach einem holprigen Saisonstart unter Carlo Ancelotti zeigte sich der FCB unter Trainer-Methusalem Jupp Heynckes zuletzt stark formverbessert. Der 72 Jahre alte Fußballlehrer lässt im Gegensatz zu seinem Vorgänger früh Druck auf den gegnerischen Ball ausüben, auch blühen verdiente Spieler wie Thomas Müller und Arjen Robben unter Heynckes wieder auf. Hinzu kommt, dass bei Bayern mit Joshua Kimmich ein Youngster Verantwortung übernimmt. Bereits drei Tore und sechs Vorlagen hat der 22-Jährige nach 14 Pflichtspielen vorzuweisen. Auch Kingsley Coman erweist sich immer mehr als Alternative zu den alternden Stars Robben und Franck Ribery. Der 21-jährige Franzose ließ zuletzt beim 5:0-Sieg über Freiburg mit einem Treffer und einem Assist aufhorchen.

Allerdings hat Heynckes auch mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Leistungsträger Müller fällt mit einem Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel für unbestimmte Zeit aus. Auch der angestammte Innenverteidiger Mats Hummels ist nach einem Kapselriss im Sprunggelenk angeschlagen, kann aber vermutlich eingesetzt werden. Am schwersten aber wiegt wohl der Ausfall von Manuel Neuer. Der Torhüter kann nach einem Mittelfußbruch frühestens in der Rückrunde auf den Platz zurückkehren. Ribery und Juan Bernat fehlen derzeit ebenfalls verletzt und Javi Martinez, unter Heynckes der Rückhalt schlechthin im zentral-defensiven Mittel, ist nach einer Sprunggelenksverletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent.

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Ballert sich Dortmund zum Titel?

Kein anderes Team in der Bundesliga ist so torgefährlich wie der BVB. Pierre-Emerick Aubameyang und Neuzugang Maximilian Philipp treffen nach Belieben. Ohnehin hat Dortmund auf dem Transfermarkt wohl wieder alles richtig gemacht. Auch Andrey Yarmolenko weiß zu Gefallen undscheint mit seiner Dynamik wie gemacht zu sein für das konstante Gegenpressing unter Trainer Peter Bosz.
 
Allerdings ist das Dortmunder Spiel auch berechenbar. Bosz weicht nicht ab von 4-3-3-Taktik. Eine stabile Defensive ist dem Niederländer weniger wichtig, als permamentes Pressing. Einst scheiterte er damit bei Vitesse Arnheim.
 

Gelingt RB Leipzig die Überraschung?

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl scheint seiner Elf ein grenzenloses Selbstbewusstsein eingeimpft zu haben. Wie auch BVB-Coach Bosz setzt der Österreicher in Leipzig auf eine starkes Gegenpressing. Daher gilt es für den Gegner stets ein hohes Maß an Konzentration aufzufahren. In Leipzig scheint man tatsächlich die richtige Mischung gefunden zu haben. Das junge Team verfügt nicht nur über Ehrgeiz, es zeigt sich sowohl lauf- als auch spielfreudig und entwickelt sich darüber hinaus auch rasch auf fußballerischem Niveau.
 
Allerdings fehlt es der Defensive an Qualität von internationalem Format. Lukas Klostermann, Dayot Upamecano, Marcel Halstenberg und Willi Orban sind allesamt keine absoluten Spitzenverteidiger. Das zeigen auch die Gegentore. Kein Topteam in der Liga hat bislang so viele Gegentore erzielt wie die Leipziger. Die Anfälligkeit offenbart sich vor allem, wenn der Gegner schnell umschaltet.
 
Dennoch ist die Bundesliga spannend wie seit Jahren nicht. So eng ging es letztmals in der Saison 2013/14 zu. Damals führten die Bayern am 9. Spieltag mit einem Punkt vor dem BVB und Bayer Leverkusen – am Ende aber standen die Münchner mit 19 Punkten Vorsprung an der Spitze.