Charles Manson – „auch bekannt als Jesus Christus“ Mentertainment

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Noch heute gilt er als einer der bekanntesten Mörder der USA und seine Gewalttaten erschütterten Ende der 60er Jahre die ganze Welt. Nur die Abschaffung der Todesstrafe in Kalifornien sorgte dafür, dass Charles Manson immer noch im Gefängnis sitzt.



Charles Manson wurde im Jahr 1934 als uneheliches Kind geboren. Die Mutter des jungen Charles geriet in den 40er Jahren mit dem Gesetz in Konflikt und wurde wegen Raubüberfalls zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Manson lebte anschließend bei mehreren Verwandten. Dem Beispiel seiner Mutter folgend begann auch der Junge schon früh, sich abseits der Legalität zu bewegen. Schon mit 16 Jahren landete er das erste Mal in Haft und wurde wegen Diebstahls, Kreditkartenbetruges und Zuhälterei verurteilt. Bis in die 60er Jahre hinein folgten weitere Gefängnisstrafen. Im März 1967 wurde Charles Manson dann endgültig aus dem Gefängnis entlassen und begab sich nach San Francisco.

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Der Aufstieg zum Hippy-Guru

In der kalifornischen Stadt angekommen schloss sich Manson schnell einer Hippie-Kommune an. Das Konzept sagte dem jungen Mann dabei so sehr zu, dass er schon bald eine eigene Kommune ins Leben rief. Diese lief zunächst unter dem Namen The Family. Später setzte sich der Namen Manson Family durch. Neben Manson selbst bestand die Kommune vor allem aus hübschen rothaarigen Frauen. Diese hatten zudem nicht selten eine eher schwierige Vergangenheit, die in der Regel durch familiäre Probleme geprägt war. Der Kern der Manson Family bestand dabei aus rund 20 Personen, der größte Teil davon weiblich. Über die zwei Jahre des Bestehens änderte sich die Gruppe jedoch immer wieder leicht.

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Nachdem die Kommune etabliert war, begann sich Charles Manson verstärkt als religiöser Anführer und Prophet zu sehen. Er verkündete seinen Anhängern, dass es im Jahr 1969 zu einem Aufstand der schwarzen Amerikaner kommen würde, in deren Folge alle weißen Amerikaner ermordet werden. Nur die Mitglieder der Manson Family sollten das Massaker überleben. Anschließend würden die Schwarzen die Herrschaft über die Erde übernehmen, jedoch aufgrund ihrer sklavischen Natur schon bald Charles Manson als ihren Herrscher wählen.

Die Tate-Morde

Warum Manson und seine Kommune anschließend die bis heute berüchtigten Gewalttaten begangen ist noch immer nicht zu 100 Prozent geklärt. Die wahrscheinlichste Erklärung für die Morde ist jedoch das ausbleibende Eintreten von Mansons Prophezeiung. Die Morde an den weißen Opfern sollten Schwarzen in die Schuhe geschoben werden, um den gewünschten Krieg auszulösen. Das erste Opfer der Mansons war Gary Hinman, der im Juli 1969 ermordet wurde. Diese Tat ist jedoch noch nicht unbedingt politisch motiviert. Hinman hatte die Kommune mit Drogen versorgt und wurde nach einer Lieferung minderwertiger Ware von Manson und mehreren Mitgliedern gefoltert und getötet.

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Nun anscheinend auf den Geschmack gekommen, lies Charles Manson die Tate-Morde folgen. Die Aktion ist die größte Bluttat der Manson Family und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Im August 1969 schickte Manson drei seinen Kommunen-Mitglieder in das Haus des Musikproduzenten Terry Melcher. Dieser hatte Mansons einige Zeit zuvor keinen Plattenvertrag gegeben und damit dessen musikalische Karriere beendet. Allerdings lebte Melcher nicht mehr in der betroffenen Villa. Stattdessen hatte sich dort Regisseur Roman Polanski mit seiner schwangeren Ehefrau Sharon Tate eingemietet. Polanski war an dem Abend der Morde nicht zu Hause. Als die Mitglieder der Manson Family in das Haus eindrangen, befanden sich neben Sharon Tate auch Jay Sebring, Abigail Folger, Wojciech Frykowski und Steven Parent auf dem Grundstück. Sie alle wurden durch Schüsse und mehrere Messerstiche grausam ermordet. Einen Tag später lies die Gruppe um Manson mit den Morden an dem italienischen Supermarktbesitzer Leno LaBianca und dessen Frau Rosemary ein weitere Bluttat folgen.

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Verhaftung und die Zeit im Gefängnis

Im Oktober 1969 erfolgte die Festnahme der Manson Family. Angeklagt wurde Charles Manson jedoch zunächst nicht wegen Mordes, sondern weil er eine Baumaschine angezündete hatte. Der Mordfall wurde aufgerollt, nachdem ein Mitglied der Manson Famliy gegenüber Mithäftlingen mit der Tötung geprahlt hatte. Drei Mitstreiter Mansons wurden anschließend wegen Mordes angeklagt. Charles Manson, der nie selbst einen Mord begangen hatte, musste sich wegen Anstiftung zum Mord verantworten. Alle vier wurden zum Tode verurteilt. Nach der Abschaffung der Todesstrafe wandelte das Gericht das Urteil in lebenslange Haft um.
Bis heute sitzt Charles Manson in einem kalifornischen Gefängnis und hat praktisch kaum Chancen auf Freilassung. Insgesamt 12 Versuche unternahm er bisher, um eine Bewährung zu erhalten. Sie alle wurden vom Gericht abgelehnt.

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Zuletzt machte Manson durch die Heirat zu einer jungen Frau auf sich aufmerksam. Beide gingen im November 2014 den Bund der Ehe ein. Die damals 26-jährige Elaine Burton hatte Manson über Jahre regelmäßig besucht und betrieb mehrere Webseiten, welche die Unschuldigkeit des ehemaligen Kommunen-Führers propagierten.

Als „Manson, Charles M.“ am 10. Oktober 1969 auf einer verfallenen, von Skorpionen wimmelnden Ranch im Death Valley unter dem Vorwurf der Brandstiftung und des Autodiebstahls verhaftet wurde, vermerkte das Bezirksgefängnis im Inyo County im östlichen Kalifornien bei der Einlieferung in den Akten: „auch bekannt als Jesus Christus, Gott.“. Damals ahnte noch niemand zu welchen Taten Manson fähig war.

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