Der Wasserwerfer 10000 – Der „Kärcher“ für die Problemfälle Auto

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Wenn die Polizei Wasserwerfer einsetzt, dann bleibt kein Kleidungsstück trocken. Mit dem Wasserwerfer 10000 haben die Behörden ein echtes Kraftpaket in der Garage stehen, dass problemlos bis zu 3500 Liter Wasser pro Minute verschießen kann.

Schon wenn man nur den Namen Wasserwerfer 10000 hört, dürfte bei vielen Fans der alten Super Soakers die Fantasie anfangen Bilder von mächtigen Wasserpistolen zu spinnen. Die Power des aktuellen Wasserwerfers der deutschen Polizei dürfte jedoch alles in den Schatten stellen, was an Wasserpistolen auf dem Markt. Der Wasserwerfer 10000 fasst, passend zum Namen, rund 10.000 Liter Wasser. Mit seiner Power sorgt er nicht schnell für Platz auf den Straßen, er könnte auch problemlos als Kärcher für besonders extreme Fälle zum Einsatz kommen. Leider stellt die Polizei ihr Equipment nur selten Privatpersonen zur Verfügung, die mal fix im Schnelldurchgang die Terrasse säubern möchten.

Seit 2010 im Einsatz

Zugegeben, die Namensgebung des Wasserwerfer 10000 strotzt nicht unbedingt von Kreativität. Nachdem in Deutschland lange Zeit der Wasserwerfer 9000 im Einsatz war, packte man für die Neuentwicklung einfach einen Tausender drauf und fertig war der neue Name. Die neue Version des Polizeiwasserwerfers ist seit 2010 im Einsatz. Als erste Bundesländer konnten sich Hamburg und Berlin über den Nachfolger des 9000 freuen. Nachdem der Test in den beiden Städten erfolgreich lief, soll der Wasserwerfer 10000 bis zum Jahr 2019 in allen Bundesländern die alten Fahrzeuge ersetzen.

Als Basis kommt ein Mercedes-Benz Actros-Allradfahrgestell zum Einsatz, das von der Firma Rosenbauer zum Wasserwerfer umgebaut wurde. Mit 3,7 Metern Höhe, 9,9 Metern Länge und 2,55 Metern Breite wiegt das Gefährt unter Volllast bis zu 31 Tonnen. Dieses Gewicht wird von einem Diesel-Aggregat mit 408 PS bewegt.

Drei Rohre sorgen für Wasserpower

Die insgesamt 10.000 Liter Wasser, die der Wasserwerfer 10000 fasst, werden bei Bedarf über drei Rohre verschossen. Unter Volllast kann das Einsatzfahrzeug 3500 Liter in der Minute verschießen. Die gesamte Wassermenge lässt sich also in nicht einmal drei Minuten vollständig unter das Volk bringen. Wer von diesen Wassermassen getroffen wird, dürfte sich aber vermutlich nur bedingt freuen. Selbst abgehärtete Wasserpistolenfreunde werden mit ganz neuen Dimensionen konfrontiert.

Den Einsatz können die Polizisten ganz bequem aus dem Führerhaus steuern. Aufgrund der vielen Monitore und Anzeigen könnte man beinah glauben, man wäre hier auf der Brücke eines Raumschiffs gelandet. Insgesamt fünf Beamte finden im Führerhaus Platz und können sich dort auch relativ sicher sein. So hält nicht nur das Aluminium der Außenhaut so einiges ab, auch das Polycarbonat-Schutzglas der Fenster lässt sich alles andere als schnell durchdringen. Selbst einer Gehwegplatte, die aus dem dritten Stock geworfen wurde, soll der Wasserwerfer 10000 im Test problemlos standgehalten haben.

Darüber hinaus ist es für Angreifer nun deutlich schwieriger, überhaupt in die Nähe des Einsatzwagens zu kommen. Zum einen sind die Außenwände so glatt, dass ein Erklimmern praktisch kaum möglich ist. Zudem verfügt das Gefährt über moderne Kameras und Überwachungsanlagen, sodass man sich auch nicht einfach anschleichen kann. Wer es doch versucht, muss damit rechnen, von einem Wasserstrahl mit 10 bar Druck getroffen zu werden. Dabei schießt der Wasserwerfer bis zu 65 Meter weit.

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