Im Kino: The House That Jack Built Entertainment

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Kaum ein Regisseur kann so gekonnt provozieren wie Lars von Trier. Auch in seinem neuesten Werk The House That Jack Built werden sich wieder die Geister scheiden. Der Horror-Thriller sorgte bereits bei seiner Premiere im Mai für Schlagzeilen.

Jack wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Mann, der zudem mit besonderer Intelligenz gesegnet ist. Im Inneren sieht es allerdings ganz anders aus. Trotz seiner Intelligenz wird Jack von einem inneren Zwang gezwungen, Menschen zu töten. In rund zwölf Jahren sind ihm 60 Personen, vorzugsweise Frauen, zum Opfer gefallen. Selbst diese hohe Zahl befriedigt Jack jedoch nicht. Er muss immer weiter töten und verfolgt dabei ein bestimmtes Ziel.

Ein mörderisches Kunstwerk

Für Jack sind seine Morde nicht einfach nur brutale Taten. Er glaubt, dass er mit ihnen ein Kunstwerk schafft. Sie sollen etwas Einzigartiges und Großen bilden, das die Welt so noch nie gesehen hat. Dabei spielt auch ein mysteriöser Mann eine Rolle, mit dem Jack immer wieder Kontakt aufnimmt und dem er von seinen grausigen Taten in allen Einzelheiten erzählt.

Die Morde sorgen natürlich auch für Aufmerksamkeit. Jack ist sich durchaus bewusst, dass die Polizei bereits seine Fährte aufgenommen hat. Dabei macht er sich mitunter auch selbst das Leben beziehungsweise Morden schwer. Seine Zwangsneurose sorgt beispielsweise dafür, dass er immer wieder zu einem seiner Tatorte zurückkehrt, um sicherzustellen, dass er auch wirklich keine Spuren hinterlassen hat. Dieses Streben nach Perfektion wird zunehmend gefährlich und es entwickelt sich ein Rennen zwischen Jack und der Polizei. Können die Behörden den Mörder stoppen, bevor er sein Gesamtkunstwerk vollendet?

Vom Kinderreim zum Horror

Übertriebene Gewalt oder Darsteller, die echten Sex in einem Film haben: Mit Provokation kenn sich Regisseur Lars von Trier sehr gut aus. Auch das neueste Werk des Dänen ist nichts für Zuschauer mit einem schwachen Gemüt. Der Titel von The House That Jack Built mag zwar eine Anspielung auf ein englisches Kinderlied sein, der Film ist aber definitiv keine Familienunterhaltung. Wie es typisch für von Trier ist, schrieb der Regisseur dabei auch gleich das Drehbuch zu seinem neuesten Werk. Ursprünglich wollte der Däne The House That Jack Built eigentlich als TV-Serie umsetzen, am Ende entschied er sich aber für einen Kinofilm.

Wie so häufig bei seinem Filmen, konnte Lars von Trier ein paar namenhafte Darsteller für seinen Cast gewinnen. Die Hauptrolle des Killers Jack spielt beispielsweise Matt Dillon. Darüber hinaus sind auch Uma Thurman, Siobhan Fallon Hogan, Sofie Gråbøl und Riley Keough in The House That Jack Built zu sehen. Selbst ein deutscher Darsteller ist in der Produktion mit von der Partie. Bruno Ganz, der unter anderem durch Der Untergang bekannt ist, spielt den mysteriösen Mann, dem Jack von seinen Morden erzählt.

Abscheu und lauter Applaus

Dass Lars von Trier mit The House That Jack Built wieder ein Werk geschaffen hat, das auf ganz unterschiedliche Meinungen treffen wird, wurde schon bei der Premiere im Mai im Zuge der Filmfestspiele von Cannes deutlich. Während ein Teil der Zuschauer die laufende Vorführung vorzeitig verließ, spendete ein anderer Teil dem Regisseur lauten Applaus, als der Abspann über die Leinwand flimmerte. Wer sich selbst einen Eindruck von dem Film verschaffen möchte, bekommt dazu Ende November Gelegenheit. In Deutschland startet The House That Jack Built am 29. November in den Kinos.

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