Projekt Exodus: Katastrophe im Weltraum Mentertainment

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Die Menschheit steht vor dem Ende. Lediglich in einem kleinen Raumschiff kämpfen noch die letzten Überlebenden und wehren sich dabei nicht nur gegen außerirdische Feinde, sondern auch gegen Personen, welche die Gruppe von innen zerstören möchten. Zum Glück für die Menschheit handelt es sich bei der Geschichte nur um das Abenteuer einer Rollenspiel-Gruppe und das Raumschiff stellt in Wirklichkeit den ausgemusterten Zerstörer Mölders da.



Rollenspieler auf dem PC und den Konsolen bestimmten heute den Massenmarkt, aber auch reale Rollenspiele, das sogenannte Live-Action-Roleplaying oder kurz LARP, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wie kreativ und aufwendig die real inszenierten Rollenspiele dabei mittlerweile sein können, beweist Projekt Exodus. Auf dem ausgemusterten Kreuzer Mölders inszenierte eine Gruppe von Rollenspielern eine Sci-Fi-Geschichte, die in der Welt der erfolgreichen Serie Battlestar Galactica spielt. Insgesamt 85 Spieler waren dabei auf dem zu einem Raumschiff umfunktionierten Schiff unterwegs und erlebten auf fünf Tage verteilt ein umfangreiches Abenteuer. Für ein realistisches Gefühl trugen die Teilnehmer passende Kostüme und schlüpften in unterschiedliche Rollen an Bord. Knapp ein Viertel der Spieler gehörte dabei zum Team von Projekt Exodus und war dafür zuständig, dass die Geschichte sich wie geplant entfalten konnte. Die Handlung an den fünf Tageen dreht sich um die Flucht des Raumschiffes, nachdem Zylonen, einer außerirdische Rasse, die Planeten der Menschheit angegriffen und zerstört hat.

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Live-Action-Roleplaying mit staatlicher Unterstützung
Der Aufwand, den die Organisatoren für Projekt Exodus betrieben haben, ist enorm. Rund 80.000 Euro betrug das Budget der Veranstalter, was sich nicht allein durch eine Kostenbeteiligung der Teilnehmer finanzieren lies. So half die Bundeszentrale für politische Bildung aus und stellte knapp 60.000 Euro zur Verfügung. Dass die Bundeszentrale sich an Projekt Exodus beteiligt ist jedoch kein Zufall. Die Macher sehen sich selbst auch als ein Projekt zur politischen Bildung. So dreht sich die Handlung nicht nur um die Flucht vor den Aliens, sondern beschäftigt sich auch mit den Themen Flüchtlings-Politik und politischen Entscheidungen nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft. Die ganze Veranstaltung wurde darüber hinaus von einer Medienpädagogin beobachtet und im Anschluss diskutierten die Teilnehmer ihre Erfahrungen.
Diese sollten möglichst realistisch sein, weshalb die Organisatoren von Projekt Exodus viel Aufwand betrieben. Im ehemaligen Kreuzer Mölders wurde nicht nur eine Vielzahl an Kabeln verlegt, man installierte auch jede Menge Monitore, um das Gefühl und Setting der Serie Battlestar Galactica einzufangen. Selbst ein eigenes Computerprogramm wurde geschrieben, welches die verschiedenen Systeme miteinander verband und beispielsweise bei einem Unfall während der Geschichte realistisch reagieren kann.

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Wachsende Beliebtheit von LARPs
Der Erfolg von Projekt Exodus zeigt, wie LARPs in der heutigen Zeit erfolgreich und mit sogar mit staatlicher Unterstützung durchgeführt werden können. Generell erfreut sich das reale Rollenspiel wachsender Beliebtheit und zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Die Settings und die Veranstaltungen können dabei schon fast gigantische Ausmaße annehmen und ihre Spieler teilweise über eine ganze Woche oder zumindest fünf Tage in eine fremde Welt entführen. Ähnlich wie im Kino oder bei Computerspielen genießt das Thema Fantasy in LARPs besonders großer Beliebtheit.

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Sehr gut besucht sind in der Regel die sogenannten Abenteuer- oder Schlachten-Cons. Bei diesen Veranstaltungen geht es meist darum, Abenteuer, wie man sie aus Fantasy-Filmen oder Büchern kennt, zu erleben und große Schlachten zu schlagen. In Deutschland ist die ConQuest in dieser Hinsicht die größte Veranstaltung. Knapp 6000 Spieler und 1500 Nicht-Spielercharaktere treffen sich dabei auf dem Rittergut Brokeloh bei Hannover, was die Con vermutlich sogar zur größten auf der ganzen Welt macht.
Ähnlich beeindruckend ist das Drachenfest, das jährlich um die 4500 Spieler anlockt. Diese kommen nicht nur aus Deutschland, sondern teilweise sogar aus Japan oder anderen Ländern. Die Preise für die Veranstaltung richten sich dabei nach der Zeit der Buchung und liegen beim Drachenfest zwischen 99 und 149 Euro. Im Vergleich zu dem kürzlich stattgefunden Projekt Exodus ist dies sogar relativ günstig. Wer einen Platz einen der begehrten Plätze auf dem Raumschiff haben wollte, musste etwa 300 Euro bezahlen.

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Bilder und mehr Informationen zum Rollenspiel auf dem ehemaligen Zerstörer Mölders gibt es auf www.projekt-exodus.com

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