Bud Spencer – Der Plattfuß den alle liebten Spezial

Spezial 1
Er ist einfach Kult. Mit seinen Filmen in den 70ern und 80ern spielte sich Bud Spencer in die Herzen vieler Zuschauer. Bis heute folgt ihm eine treue Fangemeinde und feiert die Werke des Italieners.

Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben so viel erreicht und erlebt, dass es beinah für zwei Personen ausreichen würde. Der Italiener Carlo Pedersoli gehört ohne Zweifel in diese Kategorie, hat er doch nicht nur viel erreicht, sondern dabei auch noch Millionen von Menschen unterhalten und beeinflusst. Den meisten Deutschen dürfte Pedersoli unter seinem eigenen Namen jedoch kaum was sagen. Deutlich anders sieht die Sache aus, wenn der Name Bud Spencer fällt. Bis heute hat sich der Schauspieler aufgrund seiner Filme seinen Kultstatus bewahrt und ist gerade in Deutschland so beliebt wie nirgendwo anders.

bud-spencer-1

Bud Spencer - die Autobiografie

2facher olympischer Schwimmer

Es ist eine dieser Anekdoten, die viele Menschen kennen und trotzdem kaum glauben können. Wer Bud Spencer mit seiner Leibesfülle in seinen Filmen agieren sieht, der dürfte sicherlich daran zweifeln, dass dieser korpulente Mann einmal bei Olympia als Schwimmer teilgenommen hat. Die Geschichte ist allerdings wahr. In seiner Jugend gehörte Bud Spencer zu den besten Schwimmern Italiens und spielte zwischenzeitlich sogar in der Wasserball-Nationalmannschaft. Im Jahr 1952 nahm er für seine Heimat Italien an den Olympischen Spielen in Helsinki teil, erreichte aber nur Platz 5 im Vorlauf in der Disziplin Freistil. Trotzdem lud ihm im Anschluss die amerikanische Universität Yale gemeinsam mit einer Reihe von weiteren hoffnungsvollen Sportlern in die USA ein. Das Training an der Elite-Uni zeigte sich dann auch bei Spencers zweiter Olympia-Teilnahme 1956 in Melbourne seine Wirkung, wo er immerhin den Gesamtplatz 11 über 100-Meter-Freistil holte.

bud-spencer-5

Von Carlo Pedersoli zu Bud Spencer

Mit dem zweiten Auftritt bei Olympia fand allerdings auch die Schwimm-Karriere von Bud Spencer so langsam ihr Ende. Im Alter von 27 gab er das Schwimmen schließlich auf und widmete sich zunächst einmal einer Karriere als Musiker und Songschreiber. Trotz des fehlenden Trainings aß Spencer allerdings weiter wie bisher und erreichte innerhalb weniger Jahre seine bis heute bekannte Leibesfülle. Dies sollte sich am Ende aber als glücklicher Umstand herausstellen, war sie doch einer der Gründe, warum Bud Spencer schließlich Schauspieler wurde. Schon vor 1967 war Spencer immer wieder in kleinen Neben- und Statistenrollen in Filmen zu sehen gewesen, der Durchbruch in der Filmbranche ließ aber auf sich warten. Dies änderte sich als der Regisseur Giuseppe Colizzi auf der Suche nach einem fülligen Darsteller für seinen Film „Gott vergibt… Django nie!“ war. Bud Spencer passte wie die Faust aufs Auge und konnte sich so über seine erste Hauptrolle freuen. Für den Film nahm er auch erstmals seinen bis heute weltweit bekannten Künstlernamen an. Für seinen Vornamen nutze Carlo Pedersoli dabei seine Lieblingsbiermarke Budweiser, der Nachname geht auf seinen Lieblingsschauspieler Spencer Tracy zurück.

bud-spencer-terrence-hill-6

bud-spencer-terrence-hill-2

Die Ära Spencer-Hill

Während die Fans von Bud Spencer ihn bis heute wegen seiner Komödien lieben, waren seine ersten Film noch knallharte Western. Schon bei „Gott vergibt… Django nie!“ traf der Kult-Darsteller dabei auf seinen kongenialen Partner Mario Girotti, der ebenso wie Spencer eigentlich nur unter seinem Künstlernamen Terence Hill bekannt ist. Die so erfolgreiche Spencer-Hill-Mischung mit Hau-Drauf-Action und witzigen Sprüchen etablierte sich mit dem Nachfolger zu „Gott vergibt… Django nie!“, der in Deutschland unter „Vier für ein Ave Maria“ in die Kinos kam. Die Westernkomödie legte den Grundstein für eine Unterhaltungsform, die sich in den 70er und 80ern zum absoluten Kult entwickelte.

bud-spencer-terrence-hill-4

Der Durchbruch kam schließlich mit „Die rechte und die linke Hand“ des Teufels noch einmal in Form eines Westerns. Das Schema erwies sich aber als so erfolgreich, dass schon bald auf andere Handlungsorte angewendet wurde. Insgesamt 17 Filme drehten Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam, in weiteren Dutzenden war er zudem allein zusehen. Bis heute sind Filme wie „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Zwei außer Rand und Band“, „Sie nannten ihn Mücke“, „Das Krokodil und sein Nilpferd“ und „Banana Joe“ vielen Fans ein ein Begriff.

https://www.youtube.com/watch?v=sLdH36tibTs

Als Erfinder aktiv

Nach den großen Erfolgen in den 70ern und 80ern ließ die Popularität der Spencer-Filme in den 90ern nach und man merkte dem Schauspieler auch langsam sein Alter an. Allerdings blieb sein Kultstatus bei vielen Fans ungebrochen. Zu seiner interessanten Persönlichkeit trug dabei nicht nur seine Arbeit als Schauspieler bei. Bud Spencer machte sich beispielsweise auch als Erfinder einen Namen. So ließ er sich in den 80ern und den frühen 90ern unter anderem Patente für ein dreiläufiges Gewehr und ein besonderes Schloss sichern. Auch an einer Zahnbürste mit integrierter Pasta hat er nach eigenen Angaben gearbeitet.

https://www.youtube.com/watch?v=EzlhPH6QB7c

bud-spencer-6

Biografie wird zum Bestseller

Trotz nachlassenden schauspielerischen Tätigkeiten blieb Bud Spencer auch im hohen Alter weiter aktiv. So brachte er unter anderem neue Musik heraus und versuchte sich sogar als Politiker. Im Jahr 2011 kam zudem seine Autobiografie „Bud Spencer. Mein Leben, meine Filme“ auf den Markt, die sich gerade auch in Deutschland zu einem Bestseller entwickelte. Der zweite Teil folgte ein Jahr später und brachte Bud Spencer noch einmal auf Promo-Tour durch Deutschland. Die deutschen Fans feierten ihren Kult-Star entsprechend und so wurde auch das zweite Buch zu einem großen Erfolg. Am Ende ist es eines der letzten großen Werke von Bud Spencer.

bud-spencer-7

Der Held vieler Filmfans verstarb am 27. Juni im Alter von 86 Jahren.

Mit großer Trauer, müssen wir nun von unserm Helden aus Kinderzeit Abschied nehmen.
Ich werde Carlo sehr vermissen. Ruhe in Frieden mein großer dicker Held.

Tags: