Eisrennen in Zell am See – Mit Sport-Boliden übers Eis Sport

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Mit hohen Geschwindigkeiten über eisglatte Flächen ist in der Regel keine gute Idee. Nicht so aber beim Eisrennen in Zell am See. Dieses kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, auch wenn es in den vergangenen 45 Jahren keine Veranstaltung mehr gab.

Zugegeben, Porsche und das Thema Eis sind nicht unbedingt zwei Dinge, die zusammengehören. Trotzdem hatte der deutsche Autohersteller im Januar Fans und Rennfahrer zum Eisrennen in Zell am See geladen. Sowohl Fans von Oldtimern als auch Rennsportfreunde kamen am dritten Januarwochenende voll auf ihre Kosten. Tausende Zuschauer waren nach Zell am See gekommen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Und auch aus der Branche waren viele bekannte Personen vor Ort. So gehörten unter anderem die Motorsportchefs von Audi, Skoda und Volkswagen zu den Gästen der Veranstaltung. Dazu gab es eine ganze Reihe von prominenten Gesichtern, wie zum Beispiel US-Schauspieler, und alleiniger Grund für den Fall der Berliner Mauer, David Hasselhoff.

Die Historie vom Eisrennen in Zell am See

Dass ausgerechnet Porsche das Eisrennen in Zell am See wieder zum Leben erweckte, ist aufgrund der Geschichte der Veranstaltung keine große Überraschung. Ursprünglich fand das Rennen in Österreich zum ersten Mal statt 1928. Damals hielt sich die Zahl der motorisierten Fahrzeuge aber noch in Grenzen, sodass zunächst einmal Pferde herhalten mussten. Mit diesen ließen sich Skifahrer über Rennpisten ziehen und traten in Rennen gegeneinander an. Diese Art des Rennens nennt sich Skijöring und war Bestandteil der Olympischen Winterspiele 1928 in Österreich. Die Winterspiele fanden in den kommenden Jahren wieder in anderen Ländern statt, das Skijöring blieb.

Im Jahr 1937 kamen dann erstmals Motorräder zum Einsatz. Anschließend bereitete der 2. Weltkrieg den Eisrennen in Zell am See erst einmal ein Ende. In den 50er Jahren ging es dann weiter. Mit dem Dr.-Porsche-Gedächtnis-Skijöring im Jahr 1952 wurde nicht nur wieder über Eisflächen gefahren, man huldigte auch dem Unternehmen Porsche. Im Jahr darauf war dann auch endlich die Zeit der Rennwagen gekommen. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Eisrennen in Zell am See zu einem Publikumsmagneten. Nicht immer konnte jedoch gefahren werden. 1958 sorgte beispielsweise starker Schneefall dafür, dass das Rennen abgesagt werden musste.

Das erste Eisrennen seit 45 Jahren

Im Jahr 1974 kommt das Eisrennen in Zell am See dann aber zu einem Ende. Nach einem tragischen Unfall eines Räumungsfahrzeuges, bei dem zwei Fahrer im Eiswasser laden, aus dem sich nur einer retten kann, wird das Rennen abgesagt. Auch in den kommenden Jahren verzichten die Veranstalter auf eine Rückkehr. Ganze 45 Jahre müssen die Fans schließlich warten, bis die Veranstaltung ihre Wiederauferstehung feiert. Unter der Schirmherrschaft von Porsche kommen am dritten Januarwochenende 2019 über 8000 Fans nach Zell am See, um die Faszination Eisrennen erneut zu erleben.

Der Spaß steht im Vordergrund

Das aktuelle Eisrennen in Zell am See fand unter dem Namen GP Ice Race 2019 statt. Gefahren wurde in den verschiedensten Kategorien, um den Zuschauer eine Menge an Unterhaltung zu bieten. So waren unter anderem Buggys, Oldtimer, Tourenwagen und Rallyeautos am Start. In jeder Klasse gab es zunächst eine Qualifikation, wobei mehrere schnelle Runden zu einer Gesamtzeit addiert wurden. Die besten vier Fahrer trafen sich anschließend im Finale.

Natürlich stand dabei vor allem der Spaß im Mittelpunkt. Wenn ein Trabant mit Reifen, die Spikes von mehreren Millimetern haben, über eine Eispiste jagt, dann geht nicht unbedingt um den sportlichen Wettkampf. Und auch die Skifahrer ließen es sich nicht nehmen und waren beim Eisrennen wieder am Start. Anstatt von Pferden wurden diese aber nun von Autos über die Strecke gezogen, was ebenfalls zu atemberaubenden Bildern führte.

Bilder: Porsche AG / GP Ice Race

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