Was ist mit dem modernen Mann passiert? Mentertainment

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Was ist mit dem modernen Mann passiert? Wo sind die Massen an Männern hin verschwunden die an Wochenenden leidenschaftlich daheim Dinge gebaut, repariert oder erfunden haben? Die geflucht haben, wenn etwas nicht gepasst hat und gejubelt haben, wenn sie etwas passend gemacht haben. Der Heimwerker eine aussterbende Spezies?


Der moderne Mann hat es schwer, er gilt als verweichlicht, hypersensibel und als Softie. Seinen im Pilates trainierten Körper betrachtet er lange vor dem Spiegel. Seine Schuhsammlung ist größer als die einer jungen Frau und er ist wie ein metrosexuelles Geschöpf à la Fußballstar David Beckham, am ganzen Körper glatt rasiert, außer vielleicht im Gesicht – denn der Hipster Bart muss mit diversen Mittelchen natürlich gepflegt werden.

Der „echte Mann“, der anpackt und macht, stirbt aus. Frauen müssen heutzutage selbst anpacken, ganz im Sinne der Gleichberechtigung. Nur wissen sie, ganz klischeehaft, offenbar nicht wie es geht. Aber anders lassen sich die vielen, seit mehreren Jahren aus dem Boden sprießenden „Selbst ist die Frau“-Kurse nicht erklären. Etwas selbst zu bauen und erschaffen ist nicht nur immer ein Abenteuer, es macht auch glücklich. Wieso einen teuren Grill kaufen, wenn man ihn mit etwas Kreativität selbst bauen kann, mit einer ganz persönlichen Note? Die Steaks schmecken zukünftig sicher noch einen ticken besser. Einer der Parade-Heimwerker der letzten Monate ist in Deutschland Fynn Kliemann, der Youtuber hat seine Leidenschaft fürs selber machen entdeckt – und das obwohl er oftmals keinen sicheren Plan hat. Aber Kliemann macht einfach, er lernt und hat Erfolg mit seinem Handwerk.

Der Mann muss wieder Mann werden. Endlich wieder mit dem Bohrer Löcher in die Wand bohren, mit dem Vorschlaghammer eine andere Wand einreißen und wieder selbst anpacken. Er soll seinen Kindern wieder ein Baumhaus bauen, danach grillen, Bier trinken, und wie einst Gaius Iulius Caesar mit einem Rülpser sein Wohlbefinden demonstrieren. Und wenn der Akku des Werkzeugs mal wieder leer ist, dann geht es mit dem Kompagnon eben auf ein erfrischendes Bier und einer Fachsimpelei des geleisteten in den Garten, bis man weiter arbeiten kann.

Was für Frauen der Kochlöffel und der Thermomix sind, muss für den Mann wieder der Schlagbohrer und das Metermaß werden. Und wahrscheinlich an kaum einem anderen Ort als dem Baumarkt kommen von der einfachsten Schicht bis zum Professor alle friedlich zusammen. Wenn Männer früher Probleme hatten, gingen sie in den Baumarkt und kauften Werkzeug. Es gab Männer mit vielen Problemen und deshalb haben sie eine ganze Werkstatt. Mit dem Werkzeug in Schubladen, an Wänden, in großen und kleinen Koffern wurden die unglaublichsten Dinge geschaffen.

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