Noch nie war der Seitensprung so einfach wie heute Spezial

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Affären oder Seitensprünge sind praktisch so alt wie feste Beziehungen zwischen Menschen. Allerdings haben das Internet, Dating-Apps und Kontaktportale das Fremdgehen heute so einfach wie möglich gemacht. Ob dies jedoch auch bedeutet, dass mehr Seitensprünge stattfinden, bleibt offen.

Verlässliche Forschungen zum Thema Seitensprung durchzuführen, ist keine einfache Aufgabe. Aufgrund des moralischen Tabus lassen sich Menschen in der Regel eher ungern zu ihrem Seitensprungverhalten befragen. Ein paar Forschungen gibt es zwar, deren Ergebnisse sind jedoch vergleichsweise extrem. So will eine Forschergruppe in Braunschweig anhand einer anonymen Online-Umfrage ermittelt haben, dass rund 40 Prozent der Deutschen schon einmal fremdgegangen sind. In anderen Untersuchungen kommt man dagegen zum Ergebnis, dass in etwa 95 Prozent des Geschlechtsverkehrs in Deutschland in Beziehungen stattfindet. Beide Forschungen scheinen ergebnistechnisch etwas übertrieben, sodass die Wahrheit vermutlich zwischen ihnen zu finden ist.

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Die Werbung zum Seitensprung

Unabhängig davon, wie viele Menschen in Deutschland sich zu einem Seitensprung entschließen, ist das Thema selbst heute beinah allgegenwärtig. Dating-Apps und Seitensprung-Portale betreiben einen großen Werbeaufwand und letztendlich bekommt jeder, der einen Seitensprung wagen möchte, dazu auch die Gelegenheit. Interessant ist dies vor allem, wenn man die heutige Zeit mit den 70ern und 80ern vergleicht. In den Hippy-Zeiten war das Thema freie Liebe ebenfalls sehr präsent, damals handelt es sich aber primär um eine gesellschaftliche Strömung. Heute haben sich große Unternehmen der Thematik angenommen und versuchen mit dem Seitensprung und vielen Dingen drumherum auch Geld zu verdienen.

Glück in der Ehe

Trotz der Tatsache, dass die Affäre heute so einfach wie möglich ist, scheint sich in der jungen Generation eher ein gegenteiliger Trend bemerkbar zu machen. So hat die Generation der 80er und 90er Forschungen zufolge weniger Sexpartner als die ihrer Eltern, die in den 50er und 60er Jahren geboren wurden. Gerade vor dem Hintergrund der Möglichkeiten im Internet erscheint dies überraschend. So sollen beispielsweise bei der Dating-App Tinder 42 Prozent der angemeldeten Nutzer in einer festen Beziehung sein. Kombiniert mit den Erkenntnissen über die Anzahl der Sexualpartner, könnte man aber vermuten, dass es hier oft nur um das Schauen nicht zwangsweise um den tatsächlichen Seitensprung geht.

Auch die Tatsache, dass Treue in Umfragen von vielen Menschen nach wie vor als wichtigste Eigenschaft bei ihrem Partner angesehen wird, zeigt, wie sehr die heutige Generation zwischen zwei Extremen hin und hergerissen ist. Zum einen wartet der Werbung zufolge an jeder Ecke ein potenzielles sexuelles Abenteuer, zum anderem sucht man nach Geborgenheit in der Beziehung. Gleichzeitig scheitern diese Beziehungen jedoch auch immer öfters. Rund 50 Prozent aller Ehen werden heute geschieden. Dazu mögen im gewissen Maße auch Seitensprünge beitragen, der Hauptgrund sind sie aber nicht.

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Liebe und Sex trennen

Dass die Ehe und ein Seitensprung grundsätzlich nicht unvereinbar sind, lässt sich allerdings heute ebenfalls verstäkt beobachten. Die Trennung von Liebe und Sex muss nicht notwendigerweise schlecht für eine Beziehung sein und findet durchaus immer mehr Nachahmer. Natürlich funktioniert ein solches Arrangement nur, wenn beide Seiten offen kommunizieren. Gerade das Thema Eifersucht spielt dabei oft eine große Rolle und muss in der Beziehung geklärt werden. Letztendlich kann guter Sex nur förderlich für das Zusammenleben sein, was aber nicht bedeutet, dass dieser zwangsweise zwischen den Partnern stattfinden muss.

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