25 Jahre Photoshop – alles Fake? Mentertainment

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Wenn die Oma im Urlaubsfoto am Strand plötzlich von einem Hai angegriffen wird oder ein Modell auf ihren Bildern besonders glatt gebügelt aussieht, dann ist der Schuldige in der Regel schnell gefunden. Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken und feiert nun sein 25. Jubiläum.

Über 25 Jahre ist es her, als Thomas Knoll mit der Entwicklung einer Software begann, die später zu einem weltweiten Verkaufsschlager werden sollte. Der Doktorrand an der Universität in Michigan hatte dabei ursprünglich eigentlich nur ein Programm schreiben wollen, mit dem sich Graustufen auf einem Bildschirm anzeigen ließen. Sein Bruder, ein Mitarbeiter bei der Special-Effects-Firma Industrial Light & Magic, erkannte jedoch das Potenzial hinter dem, was sein Bruder da gerade machte. Er empfahl ihm die Software zu einem Bildbearbeitungsprogramm auszubauen und schon war Photoshop geboren. Das Unternehmen Adobe sicherte sich nur wenig später die Rechte an der Software und im Februar 1990 erschien die erste Version von Adobe Photoshop.
Warum das Programm sich am Ende zu dem Standard in der Bildbearbeitung entwickelte, ist eines der typischen Software-Geschichten. Photoshop war zum Beginn alles andere als ein Pionier in seinem Gebiet, konnte jedoch gerade aufgrund seiner Bedienung schnell viele Nutzer gewinnen.

Seine wahren Siegeszug trat das Programm jedoch erst mit der Verbreitung des World Wide Web an. Heute ist es aus der Gesellschaft kaum noch wegzudenken und faktisch jeder Internetuser ist mit der Software zumindest vom Namen her vertraut.

Ein Programm verändert die Welt

Wie sein Programm einmal Einfluss auf die Welt nehmen würde, hätte sich Thomas Knoll 1990 vermutlich nicht einmal in seinen Träumen vorstellen können. Die große Popularität von Photoshop hat dazu geführt, dass sich der Begriff praktisch verselbstständigte. Mittlerweile steht er nicht nur für den Namen einer beliebten Software, sondern oftmals für die Bildmanipulation an sich. Deren Vielfalt hat durch die Verbreitung des Programms erheblich zugenommen und zeigt die ganzen Facetten der Bildbearbeitung.

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Wenn findige Marketingmenschen die Konsumenten manipulieren wollen und mit glattgebügelten Modellfotos für etwas werben, dann steckt meist Photoshop dahinter. Gleichzeitig ist das Programm jedoch auch die Grundlage für viel Spaß. Im Internet hat sich praktisch ein Volkssport entwickelt, der die Bildbearbeitung von einer ganz anderen Seite zeigt. So finden heute weltweit sogar Wettbewerbe statt, bei denen sich die besten Photoshop-Künstler miteinander messen.

Obwohl es immer spannend ist, den besten Künstlern bei der Arbeit zu zusehen, ist die andere Seite zumindest ebenso unterhaltsam. Fails oder missglückte Bearbeitungen gehören ebenso zur Kultur der Szene wie die besten Arbeiten. Während echte Amateurbilder durchaus ihren Spaß mit sich bringen, sind es vor allem scheinbare Profi-Arbeiten, die immer wieder für weltweites Amüsement sorgen. Wenn ein Modell plötzlich eher eine Kralle als eine linke Hand besitzt oder Personen auf Bildern entfernt wurden, aber trotzdem noch ein Arm auf einer Schulter zu sehen ist, dann sorgt dies im Netz immer wieder für große Freude.

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Photoshop als Freizeitbeschäftigung

Das Arbeiten mit dem Programm Photoshop erfreut sich mittlerweile so großer Beliebtheit, dass man schon fast von einem Volkssport sprechen kann. Sicher vor einen für ihn womöglich negativen Bildbearbeitung ist dabei niemand mehr. Ob Kanzlerin Merkel, die aus dem Fenster eines Flugzeuges schaut und ein fliegendes Einhorn sieht, oder Nordkoreas Kim Jong-Un, dem ganzen Foto-Serien gewidmet sind, in denen er einfach nur auf Dinge starrt. Ähnlich wichtig dürfte das Programm für die Meme-Welle gewesen sein, die ohne Photoshop kaum vorstellbar ist.
Aber auch für das eigene Ansehen nutzen angehende Photoshop-Künstler die Software. Neben leichten Bildkorrekturen wird das Programm auch gern zu Verbesserung des eigenen Images eingesetzt. Ob die Freunde einem jedoch wirklich abnehmen, dass das Supermodel im Foto die letzte Urlaubsliebe war, mag stark bezweifelt werden.

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Wirklich bezahlt haben dabei jedoch nur die wenigsten Menschen für das teure Programm. Photoshop gehört zu der am meisten raubkopierten Software überhaupt. Trotz weltweiter Nutzerzahlen von 10 Millionen Menschen gehen Experten davon aus, dass maximal die Hälfte von ihnen Photoshop auf legalem Wege erworben hat.

Zum Abschluss noch ein Video eines Photoshop-Künstlers, der zeigt was mit dem Programm alles möglich sein kann.

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