Der Slender Man – Die Geschichte rund um die gesichtslose Gestalt Mentertainment

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Ein Horrormythos muss nicht zwangsweise auf einer alten Sage oder klassischen Geschichten basieren. Man kann ihn auch ganz einfach im Internet generieren. Allerdings kann die Sache durchaus schreckliche Folgen haben.

Der Slender Man hat in den vergangenen zehn Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. War er 2009 praktisch noch gar nicht erfunden, gibt es heute Spiele und Filme mit ihm in der Hauptrolle. Das großgewachsene dünne Wesen mit seinem Anzug und den langen Gliedmaßen ist durchaus der Inbegriff von gruselig. Dass er zudem vorzugsweise nachts in Wäldern und Parks aktiv ist, macht ihn nicht unbedingt freundlicher. Zum Glück handelt es sich bei dem Slender Man aber um eine Erfindung, was jedoch leider nicht verhindern konnte, dass er auch in der realen Welt für Tragik sorgte.

Tragischer Angriff

Als es im Juni 2014 in Ohio zu einem Angriff auf ein 12-jähriges Mädchen in Wisconsin kommt, geht die Meldung um die ganze Welt. Zwei weitere 12-Jährige hatten das Mädchen festgehalten und mit einem Messer 19 Mal auf es eingestochen. Die beiden Täterinnen gaben an, dass sie mit ihrer Tat die Aufmerksamkeit des Slender Man wecken wollten, um dessen Schülerinnen zu werden. Ihr Opfer überlebte den Angriff, wurde allerdings lange auf der Intensivstation behandelt.

Bei der folgenden Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass eine der Täterinnen an schwerer Schizophrenie leidete. Für sie waren Wesen wie der Slender Man real. Auch hatte sie nach eigenen Angaben Kontakt zu Lord Voldemort und den Turtles. Schließlich wurde sie von dem Gericht zur Sicherheitsverwahrung in einer psychiatrischen Klinik verurteilt, ähnlich wie ihre Mittäterin.

Der Mythos hinter Slender Man

Trotz der realen schrecklichen Ereignisse ist die Figur des Slender Man ein ganz menschliche Erfindung und besitzt definitiv keinen realen Hintergrund. Im Juni 2009 veröffentlichte Eric Knudsen erstmals zwei Bilder mit der Horrorgestalt. Anlass war ein Wettbewerb, bei dem es darum ging, paranormale Figuren in Bilder einzuarbeiten. Seine beiden Werke wurden zu einem Internetphänomen und schon bald ließen sich auch andere Künstler inspirieren. Es entstand sogar eine Videoserie auf YouTube, die unter dem Namen Marble Hornets für Aufsehen sorgte.

Die fiktive Herkunft des Slender Man beginnt im Jahr 1986. Demnach soll er erstmals im schottischen Stirling gesehen worden sein. Der Geschichte nach tauchte der Slender Man eine Woche vor dem Brand der Stirling-Bibliothek auf. Anschließend wurden zwei Bilder aus den Ruinen geborgen, welche die Gestalt zeigen. Auch soll es noch frühere Bilder geben, die seine Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen.


(Sorry für das Video mit Clickbait Titeln, ist aber eines der wenigen (halbwegs brauchbaren) deutschen Videos zum Thema Slender Man)

Slender Man in den Medien

Da die Produzenten von Filmen und Computerspielen immer auf der Suche nach neuen und interessanten Gruselwesen sind, dauerte es nicht lange, bis der Slender Man als Antagonist in Medien zu sehen war. Computerspiele wie Slender – The Eight Pages und die Fortsetzung Slender: The Arrival sorgen dafür, dass das Wesen noch bekannter wurde. Im Netz finden sich eine Vielzahl an Videos, die Spieler während des Spielens und vor allem des Erschreckens zeigt.

Für seinen ersten Kinoauftritt musste sich der Slender Man bis zu diesem Jahr gedulden. Seit August sorgt er nun auch für Schrecken in den Kinos. Allerdings war die Verfilmung von Sylvain White in gewisser Weise auch ein erster Rückschlag für das Phänomen. Weder an den Kinokassen noch bei den Kritikern überzeugte die Verfilmung. Trotzdem dürfte dies der Popularität des Slender Man vermutlich kaum schaden. Dazu ist er einfach zu gruselig.

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