Ross 128 b – Eine neue Erde? Mentertainment

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Erdähnlich und in unserer Nachbarschaft? Der Planet Ross 128 b könnte in Zukunft tatsächlich so etwas wie die erste Anlaufstelle für die Menschheit außerhalb der Erde werden. Vieles spricht dafür, dass der Planet interessante Lebensbedingungen aufweist.

Kriege, Krisen und das Wetter spielt ebenfalls zunehmend verrückt: Wem es auf der Erde langsam zu ungemütlich wird, für den haben wir vielleicht die passende Alternative im Angebot. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Forscher in Chile einen erdähnlichen Planeten gefunden haben könnten. Das gute Stück trägt bisher noch den Namen Ross 128 b, was nun nicht unbedingt sonderlich einladend klingt. Was den Planeten aber so faszinierend macht, ist nicht sein Name, sondern seine relative Nähe zur Erde und seine Atmosphäre.

In der Nähe

Auch wenn es Sci-Fi-Filme oder Serien wie Star Wars oder Star Trek immer so einfach aussehen lassen, die Entfernungen im All sind nach wie vor unfassbar groß. Dementsprechend bedeutet auch die Aussage, dass Ross 128 b sich in unserer Nähe befindet, nicht automatisch, dass man dem Planeten demnächst einen Besuch abstatten kann. Relative Nähe heißt in diesem Falle, dass man rund 12 Lichtjahre zurücklegen muss, wenn man unseren Nachbarn erreichen möchte. Dummerweise sind allein die 9,5 Billionen Kilometer für ein einziges Lichtjahr aktuell weit außerhalb der menschlichen Reiseentfernung.

Netterweise arbeitet das Heimatsystem von Ross 128 b daran, die Entfernung zur Erde zu verkürzen. So bewegt sich der Planet auf uns zu. In lediglich 79.000 Jahren ist er dann auch tatsächlich unser nächster Nachbar. Bis dahin hat die Menschheit dann auch ausreichend Zeit, um entsprechende Reisemöglichkeiten zu entwickeln.

Genaue Details nicht vor 2024

Was genau die Menschen bei ihrer Ankunft auf Ross 128 b vorfinden werden, lässt sich bisher nur schätzen. Der Planet umkreist einen sogenannten Roten Zwerg. Dabei handelt es sich um sehr kleine Sterne, die von der Erde aus mit bloßem Auge gar nicht gesehen werden können. Im Falle von Ross 128 b sorgt der Stern dafür, dass der Planet weitestgehend von tödlichen Strahlen geschützt wird, was für die Entwicklung von Leben generell eine sinnvolle Sache ist.

Anhand der Daten, welche die Wissenschaftler in Chile gesammelt haben, geht man aktuell davon aus, dass Ross 128 b seinen Stern rund 20-mal enger umkreist, als wir unsere Sonne. Dadurch sind die Jahre auf dem Planeten auch deutlich kürzer. Nur etwas mehr als eine Woche, rund 9,9 Tage dauert ein Jahr auf Ross 128 b. Allein wettertechnisch dürfte dies interessant werden, kaum hat man seine Übergangsjacke herausgeholt, muss man schon in den Winteranorack wechseln. Temperaturtechnisch wird es aber jedem Falle nicht sonderlich tropisch. Zwischen -60 und +20 Grad Celsius sollen sich die Temperaturen auf Ross 128 b bewegen.

Festzuhalten ist zudem, dass bisher noch niemand den neuen Planeten auch tatsächlich gesehen hat. Die Entdeckung basiert primär auf Berechnungen nicht auf wirklichen Beobachtungen. Ändern dürfte sich daran so schnell nichts. Aktuell ist kein Teleskop in der Lage, den Stern zu finden. Ändern könnte sich dies durch das European Extremely Large Telescope. Dieses wird jedoch erst im Jahr 2024 fertig.

Projekt Sónar Calling GJ273b

Trotz der Tatsache, dass sich Ross 128 b aktuell außerhalb unserer Reichweite ist, lässt die Menschheit bei der Suche nach anderem Planeten und Lebewesen nicht locker. Neuestes Beispiels ist das Projekt Sónar Calling GJ273b. Im Zuge dessen haben Forscher Radiobotschaften in Richtung GJ273b gesendet. Auf dem 12,4 Lichtjahre entfernten Planeten vermuten Forscher Wasser und damit die Chance auf Leben. Mit einer Antwort wird jedoch frühestens in 25 Jahren gerechnet. Sollte es eine geben, bleibt nur zu hoffen, dass sie anders ausfällt als in Filmen wie Contact oder Independence Day.

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