Die vermeintlich böse Seite des Internet: Das Darknet Netzwelt

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Das Internet ist schier unendlich groß und doch haben die meisten Menschen nur Zugriff auf einen beschränkten Teil. Vor allem das Darknet ist einer der Ort, an dem man sich nicht zufällig verirren kann. Hier verstecken sich mitunter die dunkelsten Seiten im Netz.

Als die Webseite SilkRoad im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geriet, dürften viele Menschen erstmals vom sogenannten Darknet gehört haben. Das dunkle Internet ist quasi der dreckige Hinterhof des Netzes, in dem sich aber nicht nur kriminelle Personen treffen, und wie viele düstere Ecken, findet man es nur, wenn man den Weg bereits kennt.

Das Darknet ist Bestandteil des Deep Webs. Dieses definiert sich durch die Tatsache, dass die darin beinhalteten Webseiten nicht von Suchmaschinen gefunden werden können. Durch eine kleine Anpassung kann aber praktisch jeder Seitenbetreiber sein Angebot auf diese Weise unsichtbar machen. Anschließend kann die Seite nur noch aufgerufen werden, wenn man die entsprechende Adresse kennt. Zum versteckten Netz gehören daher auch viele Datenbanken von Bibliotheken, Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen. Aus diesem Grund ist das Deep Web vielen Experten zufolge auch tausend Mal größer als das normale Internet.

Der Einstieg ins Darknet

Während viele Seiten im Deep Web mit der passenden URL abgerufen werden können, ist das Darknet als Sonderform noch stärker geschützt. Wer im dunklen Netz unterwegs sein möchte, muss mit dem Programm TOR eine spezielle Software nutzen. TOR zeichnet sich durch seine besondere Verschlüsselungssoftware aus, die das Nachspüren beinah unmöglich macht. Aus diesem Grund wird das Programm auch nicht nur von Darknet-Interessierten und Kriminellen genutzt, sondern auch von Menschen, die ihre Privatsphäre schützen wollen. Hierzu gehören beispielsweise auch unterdrückte Bewohner in diktatorischen Staaten.

Nur mit der Installation von TOR allein ist den Nutzern allerdings noch nicht geholfen. Die Software garantiert zwar das anonyme Surfen im Internet, beinhaltet jedoch keinen Zugang zum Darknet. Dafür müssen Nutzer wie im normalen Netz auch die Namen der Webseiten kennen, die sie besuchen möchten. Diese sind allerdings ebenfalls oft verschlüsselt und damit für Laien kaum zu erraten. Eine erste Anlaufstelle ist für viele Menschen das Wiki im Darknet, das mit der Adresse kpvz7ki2v5agwt35.onion erreicht werden kann.

Angebote im dunklen Netz

Im Wiki findet sich eine Vielzahl an Artikeln und Linksammlungen, die von jedem Nutzer bearbeitet werden können. Hier entdecken Interessenten dann schnell andere Anlaufstellen im Darknet. Oberflächlich unterscheidet sich das dunkle Netz kaum vom normalen Internet. Es gibt Foren, Chats und Marktplätze, auf denen man einkaufen gehen kann. Während die Angebote im Internet jedoch den Gesetzen der jeweiligen Länder folgen müssen, gibt es diese Beschränkungen im Darknet nicht.

Die Marktplätze funktionieren wie ein klassischer Versandhandel. Kunden können hier viele normale Dinge kaufen, aber eben auch Drogen, Waffen bis hin zum Auftragskiller. Nach der Bestellung werden einem die Dinge nach Hause geliefert. Allerdings ist der Kauf hochgradig illegal. Wenn die Polizei einen mit unerlaubten Waffen oder Drogen erwischt, ist den Beamten ziemlich egal, woher diese stammen. Auch Pornografie aller Art und sogar Auftragskiller lassen sich über das Darknet finden. Dabei ist das illegale Angebot aber nur ein kleiner Bestandteil im dunklen Netz. Amerikanischen Forschern zufolge ist rund ein Prozent des Handelsvolumens im Darknet illegal. Fast alles davon entfällt auf Drogen und Medikamente. Der Großteil der Möglichkeiten im Darknet ist also durchaus legal, nur eben besonders anonym.

Zahlungsmittel Bitcoins

Um die Anonymität entsprechend zu gewährleisten, werden Käufe natürlich nicht einfach über PayPal oder Bankeinzug abgewickelt. Stattdessen zahlt man primär mit Bitcoin. Hierbei handelt es sich um eine digitale Währung, die seit 2009 zunehmend Verbreitung im Netz findet. Bitcoins werden verschlüsselt auf dem Rechner der jeweiligen Besitzer gespeichert und sind daher anonym. Dadurch, dass die Währung mittlerweile ganz legal an verschiedenen Marktplätzen gehandelt wird, ist sie mittlerweile ein legitimes Zahlungsmittel. Bitcoins lassen sich wie der Dollar, der Euro oder andere Währungen ganz einfach kaufen, wobei man je nach Kurs unterschiedliche Mengen bekommen.

Gleichzeitig können Menschen Bitcoins auch selbst verdienen. So kann man den eigenen PC für das sogenannte Mining zur Verfügung stellen, bei dem neue Bitcoins erstellt werden. Auf diese Weise sollen insgesamt 21 Millionen Einheiten der Währung kreiert werden. Nach aktuellem Stand soll dies bis zum Jahr 2140 dauern. Damit ist also genug Zeit, um sich ein paar Einheiten der Darknet-Währung zu sichern. Einsetzen sollte man sie allerdings nur für legal Dinge.

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