Die Old Ghost Road in Neuseeland Reisen & Outdoor

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Über 85 Kilometer durch den Urwald und dies in einem der abgelegensten und wildesten Gebiete in Neuseeland: Die Old Ghost Road bietet sowohl für Wanderer als auch für Mountainbiker ein echtes Abenteuer.

Für Reisende, die im Urlaub mehr als nur den Ostseestrand sehen möchten, gehört Neuseeland in jedem Falle zu den attraktivsten Adressen. Generell muss man sich in dem Land über fehlende spannende Reiseziele keine Gedanken machen. Genau genommen ist es sogar fast unmöglich, alle interessanten Orte innerhalb nur eines Urlaubs zu besuchen. Als wäre dies noch nicht genug, entstehen zudem immer neue Attraktionen, wie zum Beispiel die Old Ghost Road. Der Pfad mitten durch den Urwald ist eine echte Abenteuerroute und ist vor allem für Aktiv-Urlauber ein Pflichtprogramm.

Zu Fuß oder per Mountainbike

Die Old Ghost Road liegt an der Westküste der neuseeländischen Südinsel. Dabei ist es keine Übertreibung, wenn man sagt, dass die Strecke wirklich mitten durch den Urwald führt. Mit einem deutschen Wanderweg hat die Old Ghost Road in etwa so viel zu tun, wie die Ostseeküste in Mecklenburg mit einem Surferparadies.

Beliebt ist die Strecke sowohl bei Wanderern als auch bei Mountainbiker, wobei die Reise in beide Richtungen möglich ist. Allerdings sollte man selbst auf dem Fahrrad mehrere Tage einplanen. Da die Old Ghost Road wirklich mitten im Urwald liegt, sind starke Regenfälle und aufgeweichte Strecken keine Seltenheit. Aus diesem Grund kann die Reise schon einmal etwas länger dauern. Zur Übernachtung eignen sich die fünf Hütten, die entlang der Strecke zu finden sind. Wichtig ist aber, dass man seine Reise genau plant. Aufgrund der großen Beliebtheit der Strecke sind die Schlafplätze schnell ausgebucht. Auf gut Glück eine Übernachtungsanfrage vor Ort zu versuchen, ist in der Regel wenig erfolgreich.

Auf den Spuren der Goldsucher

Natürlich stellt sich durchaus die Frage, warum jemand auf die Idee kommen sollte, einen Wander- und Fahrradweg mitten durch den Regenwald zu bauen. Im Falle der Old Ghost Road muss man rund 150 Jahre in die Vergangenheit schauen. Damals wollte man den Goldrausch in der Region unterstützen, weshalb man eine Straße zwischen den beiden Orten Lyell und Mokihinui baute. Dummerweise erwiesen sich die Goldminen der Region nicht als so ertragreich wie gehofft, sodass die Straße bald in Vergessenheit geriet.

Vor einigen Jahren fiel dann dem Neuseeländer Marion Boatwright eine Karte in die Hände, auf der die ursprüngliche Old Ghost Road eingezeichnet war. Marion war sofort von der Idee begeistert, den Pfad wieder zu neuem Leben zu erwecken. Gemeinsam mit Freunden ließ er sich mehrfach mitten im Urwald absetzen, um eine neue mögliche Route zu finden. Zunächst nutzte man das, was Goldgräber schon vor 150 Jahre gebaut hatten, indem man die zwölf Kilometer von Lyell bis zum Lyell wieder auf den neuesten Stand brachte.

Die Arbeit war jedoch alles andere als einfach. Schlechtes Wetter und mangelnde Finanzen sorgten wiederholt dafür, dass die Old Ghost Road beinah nie fertig geworden wäre. Doch das Team rund um Marion Boatwright gab nicht auf. Mit Kreativität konnte man die aufkommenden Probleme immer wieder lösen und so entstand der heute bekannte Pfad. Schließlich kamen mit den Gasthäusern auch Übernachtungsmöglichkeiten hinzu, sodass die Old Ghost Road heute ein hervorragendes Gesamtpaket für Wanderer und Mountainbiker bietet.

Bilder: angelobrack.ch

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