John Juanda – vom Student und Bibelverkäufer zum Pokerprofi Spezial

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Über ein Jahr nahm sich der Pokerprofi John Juanda Pause, bevor er Ende August bei der European Poker Tour in Barcelona seine triumphale Rückkehr feierte. Hohe Einsätze und Nervenkitzel dürfte er jedoch in der Zwischenzeit nicht vermisst haben.



John Juanda ist einer dieser Pokerspieler, der nicht nur am Pokertisch selbst, sondern auch abseits der Karten zu unterhalten weiß. Ein wenig schade ist es daher schon, dass er während seines freien Jahres keine Kamera dabei hatte. Anstatt an Pokertischen um hohe Beiträge zu zocken, verbrachte er diese Zeit mit abgedrehten Wetten, bei denen es natürlich ebenfalls um größere Summen ging. Dass er überhaupt einmal um Tausende von Dollar wetten und spielen würde, dürfte sich Juanda in seiner Kindheit vermutlich selbst nur erträumt haben.

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Geboren wurde der heute 44-Jährige in Indonesien, wo er auch aufwuchs. Im Jahr 1990 zog er schließlich dann in den USA und begann dort ein Studium. Während seines Studiums war er kurioserweise als Bibelverkäufer tätig, um sein Studium zu finanzieren. Mit dem Pokern ließ er sich zunächst jedoch noch etwas Zeit. Anstatt zu den Karten griff er in seiner Studienzeit erst einmal zur Bibel. Allerdings nicht, um sie zu lesen, sondern um sie zu verkaufen.

Der Weg zum Pokerprofi

Mit dem professionellen Pokern fing John Juanda im Jahr 1997 an. Erste Erfolge ließen nicht zu lange auf sich warten und auch die Medien wurden schon bald auf Juanda aufmerksam. In den Jahren 2001 und 2002 wurde er durch das Cardplayer Magazine zum besten Turnierspieler des Jahres gewählt. 2002 kam es dann endlich auch zu seinem Durchbruch bei der World Series of Poker aka der inoffiziellen Poker-Weltmeisterschaft. Im Triple Draw Lowball Ace to Five, einer Pokervariante, die vermutlich nur die Spieler des Turniers selbst kennen dürften, konnte sich John Juanda sein erstes Bracelet sichern. Die begehrten glitzernden Gold-Armbänder sind zwar nichts, was ein Mann in der Öffentlichkeit tragen möchte, für einen Pokerspieler bedeuten sie jedoch den Durchbruch. Insgesamt vier der Armbänder besitzt Juanda mittlerweile, wobei sein größter WSOP-Erfolg der Gewinn der 2-7 Draw Lowball Championship 2011 sein dürfte. Nicht unerwähnt sollte auch sein Sieg auf der World Series of Poker Europe im Jahr 2008 bleiben. Neben einem weiteren hübschen Armband sicherte sich John Juanda hier auch fast 1,6 Millionen US-Dollar Preisgeld.

Doch nicht nur auf den Pokerturnieren weltweit hat sich Juanda schon einen Namen gemacht, auch im Netz spielt der Indonesier gerne und vor allem auch erfolgreich, so wurde er 2005 Zweiter beim FullTiltPoker.Net Event. Dabei gewannen Juanda und Phil Ivey die höchsten Pötte im Online Poker die es bis zum damaligen Zeitpunkt jemals gab. Es ist also kein Mythos, dass man auch im Netz mit Poker erfolgreich sein kann. Für viele erfolgreiche Spieler war Onlinepoker auch der Einstieg in die Pokerszene.

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Ein wirklich gutes Jahr in Japan

Trotz seiner Erfolge in den weltweiten Pokerturnieren verschwand John Juanda im vergangenen Jahr von der Bildfläche. Er zog nach Tokio und hatte mit Poker zunächst einmal nicht mehr viel zu tun. Jemand wie Juanda fängt allerdings auch nicht plötzlich an, ein normales Leben zu führen. In einem Interview erklärte der Poker-Profi, dass er das Jahr gemeinsam mit einem Freund verbracht habe, bei dem sich beide zu einer Vielzahl verrückter Wetten herausforderten. Unter anderem wettete der Kumpel, dass Juanda nicht in der Lage sein wird, zwanzig Marine-Klimmzüge zu schaffen. Für die Klimmzug-Version mit einem kleinen Sprung am Ende gab er John Juanda allerdings ganze sechs Monate Zeit zu trainieren. Damit es ihm selbst in diesen Monaten nicht langweilig wurde, wettete er im Gegenzug, dass er schneller 50 Yards auf einem Bein hüpfen könnte, als John Juanda über 100 Yards laufen. Beide Männer waren also für die nächste Zeit beschäftigt, wobei sie zusätzlich für geistige Auslastung sorgten. Auch bei einem Japanisch-Test traten sie gegeneinander an, mussten die Sprache jedoch erst einmal lernen. John Juanda setzte sich nach eigenen Angaben bei allen drei Wetten durch. Welche der vielen Wettbewerbe, in dem beiden in dem Jahr gegeneinander antraten, er am Ende nicht gewinnen konnte, lies er in dem Interview unerwähnt. Unabhängig davon sollen es jedoch wirklich 12 gute Monate in Japan gewesen sein.

Zurück im Pokerzirkus

Sein erstes Turnier zurück im Poker-Zirkus bestritt John Juanda dann Ende August in Barcelona. Bei der European Poker Tour konnte er eine triumphale Rückkehr feiern und setzte sich direkt gegen alle Konkurrenten durch. Das gesamte Preisgeld konnte er jedoch nicht einstreichen. Kurz vor Schluss hatten sich die drei verbleibenden Spieler darauf geeinigt, das Preisgeld für die Top-3 aufzuteilen und nur noch um 100.000 Euro zu spielen.

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