Gumball 3000 – das verrückteste Autorennen Europas Sport

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Wenn eine Horde wildgewordener Autofahrer sich ein Rennen auf der Landstraße liefert, dann muss der Gumball 3000 in der Region sein. Das Autorennen ist einzigartig in seiner Organisation und erfreut sich weltweit großer Beliebtheit.



Männlicher kann eine Veranstaltung eigentlich nicht sein. Allein oder mit Kumpels in einem Auto quer durch die Welt jagen und sich im Idealfall auch noch gegen eine Reihe von Konkurrenten durchzusetzen, ist für viele Männer der Inbegriff von Spaß. Genau dies ermöglicht einmal im Jahr der Gumball 3000. Bei der Autoveranstaltung treffen sich verrückte Rennfans für ein spektakuläres Rennen. Im Gegensatz zur Formel 1 oder zur DTM gibt es dabei weder genormte Autos noch festgelegte Strecken. Für die Fahrer gilt es lediglich, eine Reihe von Zwischenstationen abzufahren, bei denen es sich typischerweise im eine Anzahl von Städten handelt. Die Fahrt ist allerdings nicht immer ganz ungefährlich. Dass der Gumball 3000 praktisch im normalen Straßenverkehr stattfindet, ist er in vielen Ländern illegal. Dies hält die echten Autorennfahrer jedoch nicht von einer Teilnahme ab. Fast jedes Jahr finden sich auch Prominente im Fahrerfeld.

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Die wilde Autojagd

Dass der Gumball 3000 keine 0815-Nummer ist, wird vor allem deutlich, wenn man sich einmal die Strecken der vergangenen Jahre anschaut. Die aufwendigste Etappe fand ohne Zweifel im Jahr 2006 statt. Damals lieferten sich die Fahrer gleich auf drei Kontinenten ein Rennen und fuhren in Europa von London nach Belgrad, in Asien von Phuket nach Bangkok und in Amerika von Salt Lake City nach Los Angeles. Die Strecke in diesem Jahr ist dagegen schon fast überschaubar. So beschränkte sich der Gumball 3000 2016 auf eine Strecke von Dublin nach Bukarest. Einer der Zwischenstopps war dabei der Europapark in Rust.

Keine günstige Angelegenheit

Alle, die mit dem Gedanken spielen, einmal am Gumball 3000 teilzunehmen, sollten vorher ihren Kontostand überprüfen. Die Startgebühr beträgt im Durchschnitt 13.000 britische Pfund, ist also keine Ausgabe aus der Portokasse. Der Beifahrer darf dabei immerhin umsonst mitfahren, weitere Passagiere kosten aber oft extra. Die Anzahl der Fahrzeuge ist bei einem Gumball auf 120 beschränkt. In welchen Wagen man sich auf die Jagd nach dem Titel begibt, ist jedoch den Fahrern selbst überlassen. Dadurch ist die Veranstaltung oft auch für Zuschauer spannend. So finden sich im Fahrerfeld praktisch alle vorstellbaren Modelle und die Bandbreite reicht von Sportwagen über Geländewagen bis hin zu Kleinwagen oder sogar Oldtimern. Mitunter können Autofans sogar ein echtes Schmuckstück im Fahrerfeld erblicken. Fast in jedem Jahr sind Autos dabei, die extra für die Veranstaltung gebaut wurden.

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Der Polizei ein Dorn im Auge

Dass eine Horde wildgewordener Autofahrer auf den Bundesstraßen und Autobahnen für die Behören ein echtes Albtraumszenario ist, dürfte sicherlich nur die wenigsten überraschen. Aus diesem Grund müssen die Teilnehmer des Gumball 3000 in jedem Jahr mit der Präsenz der Polizei rechnen und damit auch mit dem vorzeitigen Ende des Rennens. Besonders im Österreich und Spanien gehen die Behörden aufgrund des öffentlichen Drucks sehr konsequent gegen die Rennteilnehmer vor. Aber auch in Deutschland ist die Polizei nicht unbedingt dafür bekannt, bei Rennen ein Auge zuzudrücken. Wer erwischt wird, muss im schlimmsten Falle sogar mit Führerscheinentzug und Fahrzeugstilllegungen rechnen.

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Tödlicher Einschnitt 2007

Dass aus Spaß beim Gumball 3000 auch tödlicher Ernst werden kann, hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls gezeigt. Als besonders schlimmer Einschnitt gilt ein Unfall im Jahr 2007, bei dem ein Porsche-Fahrer mit 160 kmh einen Zusammenprall verursachte, der zwei Menschen das Leben kostete. Der Gumball wurde daraufhin von den Veranstaltern abgebrochen. In der Folge kam große Kritik an dem Rennen und den Sicherheitsrisiken auf. Eine ganze Reihe von Sponsoren zog sich im kommenden Jahr zurück.

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Prominente Gesichter

Mittlerweile konnte der Gumball 3000 sich von dem schweren Schlag 2007 erholen und erfreut sich aktuell wieder großer Beliebtheit. In den vergangenen Jahren entdecken sogar immer mehr Prominente das Rennen für sich und werteten den Gumball so noch weiter auf. So nahmen im Jahr 2010 beispielsweise Joko und Klaas am Gumball 3000 teil. Im Jahr 2015 gab sich sogar Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton die Ehre und ging mit einem Koenigsegg Agera HH an den Start. Prominente wie Rennsportfans können der spannenden Grundidee des Gumball 3000 einfach nicht widerstehen. Das Rennen quer durch viele Länder dürfte daher auch in den kommenden Jahren weiter für Aufsehen sorgen.

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Bilder Gumball 3000 / Facebook

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