„Das Tagebuch unserer Helden“ – Holländer in Mali Entertainment

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Seit zwei Jahren sind holländische Spezialkräfte im Zuge der United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali aktiv. Was die Soldaten dort jeden Tag erleben, hat nun eine neue Webserie in spannenden Bildern eingefangen.



Das Tagebuch unserer Helden lautet der Titel, mit dem die holländischen Medien seit dem 18. Mai über den Einsatz ihrer Truppen in Mali berichten. Neben einer eigenen Webseite bei der niederländischen Zeitung De Telegraaf dürfte dabei vor allem die Webserie interessant sein. Deren Folgen finden sich jede Woche auch auf dem YouTube-Channel von „Das Tagebuch unserer Helden„, sodass auch das internationale Publikum sich einen Eindruck verschaffen kann. Gezeigt werden die Episoden bisher jedoch nur in niederländischer Sprache. Allerdings gibt es die Möglichkeit, einen englischen Untertitel zuzuschalten. Eine deutsche Variante ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verhanden. Mit vernünftigem Englisch stellt das Anschauen jedoch kein Problem da.

Der Einsatz in Mali

Die Stabilisierungsmission in Mali gehört aktuell zu den aufwendigsten Aufgaben der niederländischen Streitkräfte. Ins Leben gerufen wurde die Mission durch die UN im April 2013, mit dem Ziel das Land Mali zu stabilisieren. Die Aufgaben umfassen dabei nicht nur den Schutz der Menschenrechte und der Demokratie, es sollen auch wichtige Bevölkerungszentren gesichert werden. Die niederländischen Streitkräfte sind seit Beginn an dabei. Aktuell stammen 450 der beinah 6500 Soldaten aus dem niederländischen Truppenkontingent. Ausgerüstet ist die Einheit unter anderem mit 3 Kampfhubschraubern der Marke Apache sowie drei Transporthubschraubern der Marke CHINOOK.
Die vor allem auf Mobilität ausgelegte Ausrüstung spiegelt sich auch in den Aufgaben der Soldaten wieder. Die niederländische Einheit wird primär für die Aufklärung eingesetzt. Darüber hinaus helfen die Spezialkräfte bei der Ausbildung regionaler Polizeieinheiten.

Das „Tagebuch unserer Helden“ gewährt Einblicke

Während die Beschreibung des Einsatzes der niederländischen Streitkräfte noch etwas trocken klingt, sieht die Sache ganz anders aus, wenn man sich die ersten Folgen von „Das Tagebuch unserer Helden“ anschaut. Die Episoden umfassen in etwa 8 Minuten und zeigen die Soldaten bei ihren täglichen Einsätzen. Als Sprecher kommt ein 30-jähriger Angehörige der Korps Commandotroepen (KCT) zum Einsatz, der sich immer noch im aktiven Dienst befindet. Aus diesem Grund wird die Identität des Soldaten allerdings auch geheim gehalten. Das Korps Commandotroepen ist in etwa vergleichbar mit dem deutschen Kommando Spezialkräfte, sodass es wenig verwunderlich ist, dass der Mann nicht öffentlich auftritt.
Gesponsert wird Das Tagebuch unserer Helden übrigens durch das niederländische Verteidigungsministerium. Dieses hat die Firme Telegraaf Media Video mit der Produktion der kurzen Filme beauftragt. Insgesamt 8 Folgen hat man zunächst einmal bestellt, die seit dem 18. Mai veröffentlicht werden.

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Anderes Selbstverständnis in den Niederlanden

Eine Produktion wie „Das Tagebuch unserer Helden“ erscheint aus deutscher Sicht zunächst einmal etwas befremdlich. Die Deutschen tun sich aufgrund ihrer Vergangenheit erheblich schwerer mit dem Umgang der Armeekräfte. In den Niederlanden entspricht das Verhältnis Bevölkerung und Armee jedoch eher dem amerikanischen Vorbild. Dabei spielt es sicherlich auch eine Rolle, dass das Land schon erheblich länger auf eine Berufsarmee aus Profis setzt als Deutschland.
Die aktuelle Auftragsarbeit des niederländischen Verteidigungsministeriums würde in Deutschland vermutlich auf Kritik stoßen. In den Niederlanden stellen solche Filme und Videos jedoch nichts Besonderes da. Werbung für die eigenen Streitkräfte wird ganz normal im Fernsehen gezeigt und auch Serien wie Das Tagebuch unserer Helden sind nichts Außergewöhnliches. Bereits in der Vergangenheit wurde die Arbeit der Streitkräfte in Serien wie Diary of Our Heroes (über die Mission in Uruzgan) oder Mission Kunduz (die Polizei-Ausbildungsmission in Kunduz) gezeigt. Diese Projekte kamen beim Publikum durchaus an, sodass nach ähnlichem Vorbild auch Das Tagebuch unserer Helden produziert wurde. Neue Folgen erscheinen zwei Mal in der Woche. Immer montags und freitags können die Zuschauer der Arbeit der Soldaten in Mali folgen.

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