„El Chapo“ auf den Spuren von Escobar Mentertainment

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Er ist der mächtigste Drogenbaron der Welt, der die Behörden seit Jahren immer wieder zum Narren hält. Zum dritten Mal wurde El Chapo in Mexiko mittlerweile wieder verhaftet und eingesperrt. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich der Drogenbaron im Gefängnis halten lassen wird.



El Chapo aka Joaquín Guzmán befindet sich wieder hinter Gittern. Nach rund einem halben Jahr auf der Flucht konnten mexikanische Soldaten den Drogenbaron stellen und ihn wieder verhaftet. Es ist der mittlerweile dritte Versuch, El Chapo endgültig hinter Gitter zu bringen. Die ersten beiden waren nur von einem sehr geringem Erfolg gekrönt, gelang ihm doch bereits zwei Mal die Flucht. Dies ist übrigens eine von vielen Gemeinsamkeiten, die sich Guzmán mit Pablo Escobar teilt, der bis heute als wohl berühmtester Drogenbaron der Welt gilt. Sollten El Chapo jedoch noch ein paar weitere spektakuläre Ausbrüche gelingen, dürfte er sicherlich bald zu seinem großen Vorgänger aufschließen. Nur von dessen Ende wird der sich sicherlich nicht inspirieren lassen. Pablo Escobar wurde am Ende von seinen Jägern erschossen.

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Aufstieg zum Drogenbaron

Die Gemeinsamkeiten zwischen Escobar und El Chapo lassen sich schon in ihrer frühen Zeit finden. Beide Männer stammen aus bescheidenen Verhältnissen. Escobars Familie war in der Rinderzucht tätig, Guzmáns Vater arbeitete auf Feldern. Mit solchen armen Verhältnissen wollten sich beide jedoch nicht abfinden und so starteten sie schon früh ihre kriminellen Karrieren. Escobar begann mit dem Verkauf von geschmuggelten Zigaretten und gestohlenen Autos, während El Chapo mit 15 bereits als Verkäufer von Marihuana aktiv war. Später begann Guzmán für den Drogenbaron Héctor „El Güero“ Palma zu arbeiten und koordinierte für diesen den Drogentransport. Dabei machte er sich schnell einen Namen als sehr pünktlicher Lieferant, was er durch eine brutale Vorgehensweise erreichte. Jeder Schmuggler, der seine Aufgabe nicht in der entsprechenden Zeit absolvierte, wurde von Guzmán hingerichtet. Dies sorgte für Eindruck bei den Verantwortlichen des Sinaloa-Kartells.

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Im Gefängnis

Ende der 80er Jahre begann in Mexiko dann ein Krieg, der zu einem wichtigen Schlüssel in der Karriere von El Chapo werden sollte. Im Kampf zwischen seinem Sinaloa-Kartell und dem konkurrierenden Tijuana-Kartell kam eine Vielzahl an Menschen ums Leben, zu denen auch Erzbischof Juan Jesús Kardinal Posadas Ocampo gehörte. Infolge des Todes verstärkten die Behörden die Suche nach El Chapo und seinen Gefolgsleuten. Am 9. Juli konnte ihn schließlich die Polizei in Guatemala verhaften und nach Mexiko ausliefern. Hier wurde er von einem Gericht zu 20 Jahren im Gefängnis verurteilt. Immerhin sieben Jahre dieser Zeit saß Guzmán am Ende auch tatsächlich ab. Im Jahr 2001 gelang ihm schließlich die Flucht.

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Auf der Flucht

Auch beim Thema politische Macht zeigt sich wieder eine Gemeinsamkeit mit Pablo Escobar. Beide investierten große Summen in Schmiergelder an Politiker oder gingen mit großer Härte gegen Männer und Frauen vor, die sich nicht kaufen ließen. Als Escobar verhaftet wurde, bautet er sich sogar sein eigenes Gefängnis, von dem er munter weiter seine Geschäfte führte. Auch El Chapo soll einige Erleichterungen in seiner Zelle gehabt haben. Seine Flucht gelang ihm schließlich dadurch, dass ein Wärter vergaß, die Zellentür zu schließen. Bis heute halten sich Gerüchte, dass die Flucht von der Regierung geduldet war, da Guzmán im Gegenzug 20 Millionen Dollar an den damaligen mexikanischen Präsidenten Vicente Fox zahlte. Angeblich soll es sogar Zeugen geben, die aussagten, der Drogenbaron wäre ganz gemütlich aus dem Gefängnis spaziert.

Gehasst und geliebt

Spätestens mit dem Ende der 90er hatte Guzmán die Kontrolle des Kartells endgültig übernommen und als er aus dem Gefängnis kam, machte er das Sinaloa-Kartell zum weltgrößten Drogenlieferanten. Wie Escobar dachte Guzmán global und lieferte seine Drogen in die ganze Welt. Dabei beschränkt er sich jedoch nicht allein auf Kokain. Auch Amphetamine, Heroin und Marihuana zählen zu den Exportgütern.
Die daraus resultierenden Einnahmen gehen in jedem Jahr in die Milliarden. Dieses Geld nutzt El Chapo dabei nicht nur für den eigenen Luxus. Die Drogenmilliarden werden beispielsweise auch für den Bau von Schulen, Krankenhäusern, Straßen oder Kirchen genutzt. In seiner Heimat wird Guzmán daher beinah wie Robin Hood verehrt. Auch Pablo Escobar erfreute sich aufgrund eines ähnlichen Vorgehens in seiner Zeit großer Beliebtheit bei der Bevölkerung.

Joaquin "Shorty" Guzman (C) is escorted by soldiers during a presentation at the Navy's airstrip in Mexico City

Über die Grausamkeiten der Drogenbarone konnte dies jedoch bei beiden nicht hinwegtäuschen. Sowohl El Chapo als auch Pablo Escobar agierten absolut gnadenlos gegenüber Feinden und Menschen, die ihnen im Weg stehen. Beide sind für Tausende von Toten verantwortlich.

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Erneute Verhaftung

Die aktuelle Verhaftung El Chapo ist die mittlerweile dritte in der Geschichte des Drogenbarons. Zuletzt hatte im Sommer mit einer spektakulären Tunnelflucht für Schlagzeilen gesorgt. Die Tatsache, dass die mexikanischen Behörden ihn erneut einfangen konnten, erscheint zunächst als gute Nachricht. Fraglich bleibt jedoch, wie lange Joaquín Guzmán sich dieses Mal einsperren lässt. Die Rückkehr in dasselbe Gefängnis, aus dem er sich bereits im Juli herausgrub, macht nur bedingt Hoffnungen, dass der größte Drogenbaron der Welt nun endgültig hinter Gitter gebracht wurde.

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