Filme und ihre „wahren Begebenheiten“ Mentertainment

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Filme, die es auf wahren Begebenheiten basieren, haben für Filmemacher und das Publikum oft einen ganz besonderen Reiz. In vielen Fällen nehmen es die Regisseure, Produzenten und Drehbuchautoren mit der Vorlage allerdings nur bedingt genau.


Die besten Geschichten schreibt das Leben, ist ein gängiges Sprichwort, das auch in Hollywood anscheinend großen Anklang findet. Nicht umsonst kommen in jedem Jahr mehrere Filme in die Kinos, denen wahren Begebenheiten zugrunde liegen. Allerdings muss man bei der Genauigkeit sehr häufig Abstriche machen. Während manche Filmemacher so große Änderungen vornehmen, dass die Geschehnisse im Film mit den realen Ereignissen kaum noch Ähnlichkeiten aufweisen, erfinden andere die wahren Begebenheiten gleich komplett. Hier ein paar Beispiel, bei denen es besonders weit getrieben wurde.

Fargo

Die Handlung: In Fargo erzählen die beiden Coen-Brüder die Geschichte eines Ehemanns, der zwei Gangster anheuert, um seine Frau entführen zu lassen. Auf diese Weise will er Lösegeld vom Vater der Ehefrau erpressen. Dummerweise geht der Plan gehörig schief und schon bald gibt es mehrere Leichen.

Die Realität: Fargo beginnt mit der Einblendung „Dies ist eine wahre Geschichte. Die Ereignisse in diesem Film fanden 1987 in Minnesota statt. Auf Wunsch der Überlebenden wurden ihre Namen geändert.“. Leider ist diese vollkommen erlogen. Dem Film liegen überhaupt keine wahren Begebenheiten zugrunde, die Handlung ist rein fiktiv.

U-571

Die Handlung: Der Kriegsfilm spielt im Jahr 1942 und folgt der Besatzung des amerikanischen U-Boots U-571. Dieses ist auf einer streng geheimen Mission. Es soll von den Deutschen deren Verschlüsselungsmaschine Enigma stehlen. Mit dem Gerät wären die Alliierten in der Lage, alle Funksprüche des Feindes zu entschlüsseln.

Die Realität: U-571 sorgte zum Kinostart für einige Kontroversen. Während der Film eine amerikanische U-Boot-Besatzung als Schlüssel für die Eroberung der Enigma darstellt, hatten in der Realität die Briten einen deutlich größeren Anteil. Selbst der damalige britische Premierminister Tony Blair schaltete sich ein und nannte den Film eine Beleidigung für die britischen Seeleute. Mit den wahren Begebenheiten hatte der Film kaum etwas gemeinsam.

Open Water

Die Handlung: Open Water stellt eine Angst in den Mittelpunkt, die viele Menschen teilen dürften. Zwei Taucher finden sich eines Tages vollkommen allein inmitten des Meeres wieder. Ohne Möglichkeit an Land zu kommen, wird ihre Situation bald durch auftauchende Haie verschärft.

Die Realität: Open Water basiert auf dem Tod des Ehepaars Tom und Eileen Lonergan, die 1998 nach einem Bootsausflug auf dem Meer vergessen wurden. Mit den wahren Begebenheiten nimmt es der Film jedoch nicht sehr genau. So gab es an den gefunden Leichen später keine Spuren von Haien, sodass es sehr unwahrscheinlich ist, dass das Paar auf die Meeresjäger getroffen ist.

Argo

Die Handlung: Als während der iranischen Revolution im November 1979 auch die amerikanische Botschaft gestürmt wird, sitzen sechs ehemalige Botschaftsmitglieder im nun radikalisierten Land fest. Um sie zu retten, entwirft der CIA-Agent Tony Mendez einen riskanten Plan, in dessen Folge er in den Iran als Filmregisseur getarnt einreist.

Die Realität: Argo ähnelt in vielen Dingen U-571. Während die Handlung durchaus auf wahren Begebenheiten fußt, haben die amerikanischen Filmemacher wieder einmal die Bedeutung des eigenen Landes deutlich übertrieben. Eigentlich war es der kanadischer Botschafter Ken Taylor, der eine Schlüsselrolle bei der Rettung spielte und auch der Plan ging größtenteils auf kanadische Ideen zurück. Im Film ist davon nur wenig zu finden, sodass Regisseur Ben Affleck nach vielen kritischen Stimmen den Abspanntext ändern musste, um Kanadas Rolle zumindest hier entsprechend zu würdigen.

The Texas Chainsaw Massacre

Die Handlung: Als eine Gruppe von Jugendlichen zu einem Sommerausflug aufbricht, ahnt sie nicht, dass schon bald die Hölle auf sie wartet. Während der Fahrt geht den vier jungen Menschen plötzlich das Benzin aus und sie stranden in der Nähe eines Schlachthofs. Es handelt sich um einen Ort, der nicht tödlicher sein könnte.

Die Realität: The Texas Chainsaw Massacre oder Blutgericht in Texas gehört zu den ersten Filmen, die sich die Marketingwirkung von wahren Begebenheiten zu nutze gemacht haben. Während man das Publikum mit dem Versprechen in die Kinos lockte, dass der Film einen realen Hintergrund hat, sieht es in Wirklichkeit ganz anders aus. Lediglich der Killer Leatherface basiert in groben Zügen auf dem Serienmörder Ed Gein.

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