Schweben mit dem „Hoverboard“ von Lexus Mentertainment

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In einem Video macht das Unternehmen Lexus allen Fans von Hoverboards neue Hoffnungen. Was als PR-Idee begann, entwickelte sich schnell zum Selbstläufer und schürte große Erwartungen. Doch wie gut funktioniert das gezeigte Hoverboard wirklich?



Mit zurück in die Zukunft 2 schuf Robert Zemeckis nicht nur ein Stück Filmgeschichte, sondern prägte eine ganze Generation. Der Ausflug der Hauptfiguren in das Jahr 2015 brachte eine interessante Anzahl an Ideen für zukünftige Technik, von denen wohl keine so viele Fans gefunden hat, wie das Hoverboard. Schon in den 80ern zu Veröffentlichung des Films träumten nicht wenige Zuschauer von der Möglichkeit, mit einem Skateboard ohne Räder über jeglichen Untergrund zu fahren. Mit den Jahren wuchs die Fangemeinde der Hoverboards und nachdem nun auch in der Realität das Jahr 2015 erreicht ist, fragen sich immer mehr Menschen, wo denn nun ihr Hoverboard bleibt. Versuche die Schwebetechnik zu entwickeln hat es dabei in der Vergangenheit durchaus einige gegeben. Nicht selten stellten sich diese jedoch als nicht erfolgreich heraus. Und auch den einen oder anderen Scherzbold lockten die Hoverboards an. Im vergangenen Jahr sorgte ein gefälschtes Video im Netz für Aufsehen, in dem ein funktionsfähiges Hoverboard für 2015 angekündigt wurde. Als nun Lexus mit einem neuen Video ein funktionsfähiges Hoverboard präsentierte, waren viele Zuschauer dementsprechend skeptisch. Dieses Mal stellte sich das gezeigte jedoch nicht aus Fälschung heraus. Das Board im Film ist durchaus funktionsfähig, wenn auch nur unter gewissen Voraussetzungen.

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Wie Marty McFly

Filmklassiker haben ihren Status, weil man sie auch noch nach Jahren anschauen und mit dem Gezeigten großen Spaß haben kann. Auch Zurück in die Zukunft 2 gehört zu dieser Sorte von Filmen. Wenn Marty McFly mit dem Hoverboard durch die Straßen schwebt, dann kann man praktisch den sehnsüchtigen Seufzer aller Skateboard-Fans auf der ganzen Welt hören. Die gezeigte Technik im Werbevideo von Lexus kommt der Filmtechnik dabei so nahe wie bisher wohl noch niemand. Das Board schwebt scheinbar ohne Probleme über den Beton und wirkt beinah selbst wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier findet sich allerdings auch direkt das größte Problem des Videos. Leider ist das verwendete Hoverboard alles andere als in der Lage, über tatsächlichen Beton zu schweben. Bevor nun jedoch die ersten Leser FAKE schreiben, sei an dieser Stelle versichert, dass es sich dabei um die einzige Übertreibung im Video handelt. Die Technik funktioniert tatsächlich, wenn auch noch nicht im Alltag.

Technisch anspruchsvoll

Wer die Technik hinter dem Hoverboard wirklich verstehen möchte, dessen Physikwissen sollte über das aus der Schule deutlich hinausgehen. Für die Nicht-Physiker lässt sich die Erklärung auf das Phänomen der Magnete herunterbrechen. Das Board nutzt eine Form des Supraleiters, der wiederum ein Magnetfeld kreiert. Dieses Feld ermöglicht es dem Hoverboard zu schweben. Funktionsfähig ist die Technik allerdings nur, wenn es sich über einen metallischen Boden bewegt. Die gezeigte Szene im Video ist damit praktisch unmöglich. Vermutlich befand sich bei der Produktion eine Metallfläche unter dem Beton.
Die technischen Besonderheiten hören hier jedoch nicht auf. Der Supraleiter in den Hoverboards kann nur funktionieren, wenn er entsprechend gekühlt wird. Um sich eine Vorstellung zu machen, wie heiß das gute Stück wird, muss man sich nur vor Augen führen, dass als Kühlmittel flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von rund -196 Grad zum Einsatz kommt. Geht dem Board der Stickstoff aus, dann verliert es seine Schwebefähigkeit. Interessant wäre hier sicherlich auch, wie hoch denn letztendlich der Energieverbrauch des gezeigten Hoverboards ist. Hierzu gibt es bisher jedoch keine Angaben.

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Zeitpunkt der Markteinführung ungewiss

So toll und spannend der Versuch von Lexus auch ist, scheint eine Markteinführung in den kommenden Jahren alles andere als wahrscheinlich. Dies liegt vor allem daran, dass das Unternehmen selbst gar nicht wirklich Interesse an einer Produktion hat. Das Hoverboard ist lediglich Bestandteil einer Marketingkampagne für eines der Modelle des Automobilherstellers. Selbst der Prototyp wurde nicht von Lexus gebaut. Darüber hinaus ist das gezeigte Gerät noch weit entfernt von einer Marktreife. Ein Hoverboard, das sich nur unter wenigen vorgeschriebenen Bedingungen bewegt, ist kaum praktikabel. Wer seinen nächsten Besuch im Spielzeughandel um die Ecke schon vorbereitete hat, kann seine Jacke also getrost wieder anziehen. Fans von Zurück in die Zukunft müssen sich daher auch weiterhin gedulden. Wenn nicht irgendwoher ein Wunder kommt, dann wird es wohl kein Hoverboard mehr im Jahr 2015 geben.

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