Moderne Atomwaffen und die ungewöhnliche Bedienungstechnik Mentertainment

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Das US-Militär besitzt mehrere tausend Atomwaffen. Die Wartung und Bedienung dieser Waffen erfordert eine gute Ausbildung und ein hohes Maß an Sicherheit. Immer wieder fielen aber Einheiten der atomaren Waffenarsenale negativ auf, sei es durch mangelnde Ernsthaftigkeit oder durch Ausbildungslücken. Was viele aber nicht wissen, die Atomwaffen werden auch heute noch per Diskette bedient.



Denkt man an Disketten, so denkt man nicht unbedingt an etwas Negatives. Erst vor kurzem hat die Amiga-Kunst von Andy Warhol erneut das ästhetische Potenzial von Disketten präsentiert. Jedoch hinterlässt das veraltete Speichermedium auch eine weniger angenehme Wirkung, nämlich als Teil einer atomaren Zerstörungsmaschinerie. Alte 8-Zoll Floppy Disketten sind immer noch ein wichtiger Teil des Systems eines amerikanischen Raktensilos. In der CBS News-Sendung „60 Minutes“ waren im April 2014 zwei Raketenforscher zu sehen, die die Aufgabe haben, die interkontinentalen Raketengeschosse Minuteman III in Wyoming zu überwachen. Der Kontrollraum sah allerdings nicht so aus, wie man sich das vorstellt. Statt einem großen roten Knopf im Stil des Kalten Kriegs, gab es Floppy Disks zu sehen. Dabei vertraut die US-Armee immer noch auf die alten großen 8-Zoll-Disketten, die heutzutage oft nur noch in Museen zur Computergeschichte zu sehen sind und nicht auf die neueren 3,5 Zoll Diskettenmodelle. Die 23-jährige stellvertretende Raketenbeauftragte berichtete, dass sie noch nie eine Diskette gesehen hatte, bis sie die Exemplare kennen gelernt hat, die Teil der Anlagensteuerung sind, die über die Waffen der atomaren Apokalypse wachen.

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Die Erhaltung eines nuklearen Waffenarsenals ist eine teure Angelegenheit. Das unabhängige Stimson Center hat eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass es in den nächsten zehn Jahren mindestens 180 Milliarden Euro kosten würde, das aktuelle Waffenarsenal Amerikas zu erhalten und zu modernisieren. Allein rund fünf Milliarden Euro kostet die Aufrüstung der Minutemen-III-Raketen.

Vieles ist alt und wird von überholten Programmen gesteuert. Das betrifft nicht nur die Computer, auch um die Informationen zur Pflege der Raketen ist es nicht gut bestellt. Die Prüfung der „National Nuclear Security Administration Nuclear Weapons Systems Configuration Management“ stellte bei einer Prüfung fest, dass das Konfigurationsmanagement der nuklearen Waffen, das unersetzlich ist, nachlässt. „Besonders filmische Medien und Mikrofiche sind dem Verfall ausgesetzt und Radiographen beginnen aneinander fest zu kleben, wodurch erhebliche Schäden entstehen und die Daten unwiederbringlich verloren gehen.“ Dabei handelt es sich um Nachrichten, die eher beunruhigend sind. Denn nukleare Sprengköpfe und ihre Komponenten können ohne die Informationen zu ihrer Konfiguration nicht wirklich zuverlässig instand gehalten werden. Das könnte „einen negativen Einfluss auf die Verlässlichkeit und Sicherheit amerikanischer Atomwaffen ausüben“.

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Aber der Gebrauch veralteter Technologien hat laut Sean Galliger von „Ars Technica“ auch einen Vorteil. Denn es gibt nur wenige Hacker, die Erfahrung darin haben, Computersysteme aus den 1960ern zu hacken. Mit technischem Stolz gibt ICBM Oberbefehlshaber General Jack Weinstein zu Protokoll, dass vor ein paar Jahren das komplette Netzwerk analysiert wurde. Dabei haben Internettechniker herausgefunden, dass das System, so wie es entwickelt wurde, extrem sicher ist.

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